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LKH Wolfsberg hat eine Primaria PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Mittwoch, 3. Februar 2010

Das erste Mal in der über 130-jährigen Geschichte des Wolfsberger Krankenhauses steht eine Frau einer Abteilung vor: Dr. Silvia Zenkl wurde in der Vorwoche einstimmig zur Primaria der „Geriatrie“ bestellt. Sie tritt somit die Nachfolge von Prim. a. D. Dr. Ernst Pesec an, der Ende 2009 in den Ruhestand trat.

Frau Primar, Frau Primaria, Frau Primarius oder Frau Primarärztin… an der Abteilung für Akutgeriatrie und Remobilisation bzw. der Abteilung für chronisch Kranke im LKH Wolfsberg (kurz Geriatrie) haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am vergangenen Freitag bereits den Kopf darüber zerbrochen, wie sie ihre neue Chefin ansprechen sollen. Denn es gibt im Wolfsberger Spital noch keine Erfahrungswerte, wie man einen weiblichen Abteilungsvorstand – oder doch Abteilungsvorständin? – ansprechen soll.

 
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Der medizinische Direktor im LKH Wolfsberg, Prim. Dr. Hartwig Pogatschnigg, ist, wie er sagt, „sehr glücklich darüber“, dass OA Dr.  Zenkl die Leitung der „Geriatrie“ übernommen hat. Und dies in doppelter Hinsicht: „Einerseits, weil es grundsätzlich erfreulich ist, dass in unserem Haus erstmals eine Frau eine Primar-Stelle erhalten hat, und andererseits, weil mit Dr. Zenkl gewährleistet ist, dass der Geriatrie-Betrieb in bewährter fachlicher und menschlicher Qualität fortgeführt wird“, betont er.

„Ich war eigentlich immer sehr ehrgeizig und zielstrebig und habe beruflich schon bisher alles erreicht, was ich angestrebt habe, aber mit meiner Ernennung zur Primaria ist für mich ein Wunschtraum in Erfüllung gegangen“, freut sich Dr. Zenkl, die beim Bewerbungshearing die Jury überzeugte und einstimmig als neue Geriatrie-Chefin vorgeschlagen wurde.

Die aus Gallizien, Bezirk Völkermarkt, stammende Dr. Zenkl bezeichnet sich selbst als „halbe Lavanttalerin“, weil ihre Mutter aus Preitenegg gebürtig und in St. Andrä aufgewachsen ist.

Nach der mit Auszeichnung abgelegten Matura am Humanistischen Gymnasium in Klagenfurt studierte Silvia Zenkl in Graz Medizin, machte ihren „Turnus“ in mehreren Kärntner Krankenhäusern und absolvierte ihre Facharztausbildung, die sie 1999 als Internistin abschloss, im Deutsch-Ordens-Krankenhaus Friesach. Dort arbeitete sie bis 2004 als dienstführende Oberärztin, ehe sie ins öffentliche Krankenhaus der Elisabethinen nach Klagenfurt wechselte.

Als die ehrgeizige Medizinerin 2005 erfuhr, dass im LKH Wolfsberg eine Internistenstelle für die Medizinisch-Geriatrische Abteilung ausgeschrieben war, bewarb sie sich spontan dafür – und erhielt diese auch.

Von Ende 2005 an war Dr. Zenkl als erste Oberärztin und Stellvertreterin an der Seite von Primarius Dr. Ernst Pesec, der Ende 2009 in den Ruhestand trat, an der Geriatrischen Abteilung tätig.

Selten zuvor ging die Nachbesetzung eines Abteilungsvorstandes in einem Landeskrankenhaus so rasch und so reibungslos über die Bühne wie im gegenständlichen Fall: Bereits zwei Wochen nach der Bewerbungsfrist stand OA Dr. Zenkl als Primaria fest. Sie war einerseits die Wunschkandidatin im eigenen Haus, und es gab andererseits keine Mitbewerber, denn die Ausschreibung des Vorstandspostens war so geriatrie-spezifisch und setzte langjährige Facherfahrung voraus, so dass Dr. Zenkl ohnehin als Favoritin gegolten hatte.

Als erste Oberärztin und Primar-Stellvertreterin hatte Dr. Zenkl gemeinsam mit Prim. Pesec die betrieblichen Ablaufstrukturen im neuen Haus mitgestaltet und sie kennt den Geriatrie-Betrieb in- und auswendig. Ihrem früheren Chef zollt die Frau Primaria besondere Anerkennung: „Ich habe an Prim. Pesec nicht nur seine fachlichen Qualitäten geschätzt, sondern auch seine menschliche Art, wie er mit Patienten und Mitarbeitern umgegangen ist. Ich möchte die Abteilung in seinem Sinne fortführen und werde besonderen Wert auf eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den anderen LKH-Abteilungen, aber auch mit den niedergelassenen Ärzten und den mobilen Pflegediensten legen“, betont sie.

„Der Geriatriebereich hat mich immer schon fasziniert, was vielleicht auch mit meiner humanistischen Ausbildung im Gymnasium zu tun hat. Bereits als junge Ärztin hatte ich im Pflegeheim viel mit geriatrischen Patienten zu tun, mit denen man anders umgehen muss als mit Patienten in anderen Abteilungen. Denn Alter ist ja keine Krankheit“, so die neue Primaria, die natürlich weiß, dass jetzt einiges Neues auf sie zukommen wird.

„Die Demografie belegt, dass die Zahl der alten Menschen immer größer wird und die Krankheiten im Alter das Gesundheitsthema Nummer eins der Zukunft sein werden. Deshalb werden künftig auch die Anforderungen an die Geriatrischen Abteilungen und deren Bedeutung im Krankenhauswesen weiter steigen“, ist Prim. Zenkl überzeugt.

Ihr neuer, verantwortungsvoller Job ist für die ledige und kinderlose 44-Jährige aber in erster Linie eine Herausforderung, die sie „mit Freude annimmt“. Viel Erfolg!

 

 



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