E-Bus im Probebetrieb

27 Personen fasste das elektrisch angetriebene Gefährt, das mehrere Tage durch die Bezirksstadt kreiste. Für einen dauerhaften Betrieb sind aber hohe Investitionen nötig, die auch bezahlt sein wollen.

Wolfsbergs erster Elektrobus war da: Startprobleme bei der Zukunftstechnik

Wolfsberg. Mehrere Tage lang war vergangene Woche ein Bus mit Elektroantrieb in der Innenstadt von Wolfsberg unterwegs. Gedacht als Beitrag gegen die Klimaerwärmung, aber auch als »Testballon«, um die Tauglichkeit dieser Antriebsart im öffentlichen Verkehr zu testen. Fazit: Es hapert noch an mehreren Ecken.
Bei der Präsentation vor dem Wolfsberger Rathaus waren Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz, Landesrat Ulrich Zafoschnig, LAbg. Johann Weber sowie ÖBB-Postbus-Geschäftsführer Thomas Duschek und -Regionalmanager Alfred Loidl angetan vom E-Bus. Schlagholz meinte, »ich hoffe, dass aus der Probephase ein Dauerbetrieb wird«, was sich positiv auf die belastete Luftqualität der Gemeinde auswirken würde.

Das 109 PS starke Elektrogefährt zog zuvor in der slowenischen Stadt Koper seine Runden. Es bietet 15 Sitzplätze und fasst insgesamt 27 Personen. Die Reichweite beträgt zwischen 80 und 120 Kilometer, der Preis rund 185.000 Euro. Damit die Fahrgäste mehr Platz haben, ist die 40-kWh-Batterie, die 8.000 Euro kostet und deren Lebensdauer fünf bis acht Jahre beträgt, am Dach angebracht.

Knackpunkte
ÖBB-Postbus ist am Einsatz der neuen Technologie sehr interessiert, weiß aber auch um die Knackpunkte dieser Technologie. »Wir erwarten, dass der jetzige Test die Grenzen der Busse aufzeigt«, sagte Hannes Guggenberger von ÖBB-Postbus bei der Präsentation, »etwa bezüglich der Auswirkung der Heizung auf die Reichweite. Derzeit ist ein dauerhafter Tagesbetrieb nicht möglich,  dafür wären Investitionen nötig.« Beispielsweise eine Ladesäule, die zwischen 30.000 und 80.000 Euro kostet und eine schnelle Aufladung des Fahrzeugs erlaubt. Der elektrische Stadtbus muss an einer handelsüblichen 220-Volt-Steckdose geladen werden, was die ganze Nacht dauert.

»Um die für den Betrieb nötige Infrastruktur zu errichten, müssen alle Partner, also Stadt, Land und unser Unternehmen, dabei sein«, sagt Guggenberger. Das selbe gilt für die hohen Anschaffungskosten des Fahrzeugs.

Dass der Teufel im Detail steckt, zeigte sich beim Testbetrieb eines elektrisch betriebenen Großbusses in St. Michael ob Bleiburg. An dem Fahrzeug ließen sich keine Schneeketten montieren, weil die E-Motoren an die Naben angebaut waren und die Ketten nicht darüber gezogen werden konnten. Trotzdem wird der Test fortgesetzt – wenn ein Modell geliefert wird, das sich mit Schneeketten bestücken lässt.

Trotz aller Anfangsprobleme: Dem E-Antrieb gehört die Zukunft. Das weiß auch Duschek: »Der größte Teil unserer Fahrgäste sind Kinder und Jugendliche, die von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen sein werden. Daher ist Klimaschutz neben der Sicherheit unserer Fahrgäste ein zentrales Thema.«