Die patentierte MatratzenfederAusgabe | Mittwoch, 12. Dezember 2018

Viel Zeit wurde in die Entwicklung und die Konstruktion der »Flexima« Matratzenfeder gesteckt. Jetzt scheint sich die harte Arbeit von Geschäftsführer Wilhelm Bretis und seinem Team bezahlt zu machen.

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St. Andrä. Seit dem Jahr 2005 besteht die »MM Matratzen Manufaktur GmbH« in Framrach bei St. Andrä. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von Matratzen aus Kaltschaum, in denen ein metallfreier und verstellbarer Federkern integriert ist. »Uns zeichnet die Positionierung eines innovativen Produktes in einem Nischenmarkt aus«, so Geschäftsführer Wilhelm Bretis.

Das innovative und bereits patentierte Produkt ist die Flexima Matratzenfeder. Die Kunststoffclips, die für die metallfreie Federung in den Matratzen sorgen, tragen zu einer optimalen Entlüftung der Matratze bei. »Wir haben das Patent in verschiedenen Ländern angemeldet. Es besteht bereits ein Vertrag mit einem deutschen Produzenten. Wir liefern die Federn und sie werden dort in die Matratzen eingebaut. Das Interesse ist groß. Anfragen gibt es von den USA bis nach China«, fasst Bretis das Interesse zusammen.

Eine weitere Innovation ist die nachträgliche Anpassung durch den Kunden. »Die Matratzen werden schon mit bestimmten Härtezonen gefertigt. Diese sind aber vom Kunden zu Hause individuell einstell- und anpassbar. So werden harte und weiche Liegezonen geschaffen – das ist eine Neuerung am Markt. Wir haben vor 15 Jahren mit den Prototypen begonnen und im Laufe der Zeit an Erfahrung und Know-how gewonnen. Aus diesem Grund gab es vor zwei Jahren auch eine komplette Neuentwicklung des Systems«, so Bretis über den technischen Fortschritt.

Die produkttechnischen Eigenschaften der Flexima Matratzenfeder ermöglichen zudem auch einen idealen Einsatz im nautischen und Campingbereich. Die Entlüftung und die Federung, die gänzlich auf Metall verzichtet und dadurch über Korrosionsfreiheit verfügt, wird in St. Andrä für Yachten und Wohnmobile auf der ganzen Welt maßgeschneidert. Das größte Geschäftsfeld ist laut Bretis der nautische Bereich: »Aktuell produzieren wir rund 70 Prozent unserer Produkte für Yachten, davon ist der Großteil für den Export.«

Von der Idee zum Patent
Es dauerte rund 1,5 Jahre von der Idee bis zur Entwicklung der ersten Prototypen der Flexima Feder. Eine maßgebliche Herausforderung stellte die Entwicklung der Federkonstruktion dar, die mit Hilfe von aufwendigen Simulationsverfahren erfolgte. In der Folge wurde in die unternehmensinterne Technik investiert: Neben geeigneten Spritzgussformen wurde auch eine Maschine, die für die Kunststoffverarbeitung geeignet war, angeschafft. Begleitet wurde der Prozess von einem Kunststoffforschungsinstitut, das die Umsetzung der Ideen sicherstellte.

Nominierung für »ECONOVIUS«
Kürzlich wurde man, dank der Entwicklung der Flexima Matratzenfeder, für den »Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten« in der Kategorie »Klein- und Mittelunternehmen« nominiert, für den es in diesem Jahr insgesamt 33 Einreichungen gab. Für den Sieg reichte es für die »Matratzen Manufaktur« zwar nicht, allerdings durfte man sich über die Nominierung für den »ECONOVIUS« freuen – und ist damit eines von zwei Unternehmen, die Kärnten bei diesem Bundeswettbewerb vertreten. »Für uns ist es eine tolle Sache, dass wir nominiert sind. Gerade in einer Branche, in der es seit fast 50 Jahren keine Neuerungen mehr gab, ist es eine Anerkennung, für innovative Leistungen nominiert zu sein«, freut sich Bretis. Der »ECONOVIUS« wird im Frühjahr 2019 im Rahmen der Verleihung des »Staatspreis Innovation« vergeben und ist der Sonderpreis der Wirtschaftskammer Österreich.

Die nächsten Schritte
Hersteller von Sitzmöbeln sind auf diese neue Form der Matratzen aufmerksam geworden und haben bereits Interesse bekundet. »Ein Sitzmöbelproduzent aus den USA, der für namhafte Internetkonzerne tätig ist, testet gerade unsere Federn. Wir bieten Federwirkung, die mit Schaumstoff nicht erreicht werden kann«, so Bretis.

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