Masern sind hochanstreckendAusgabe | Mittwoch, 6. Februar 2019

Häufigstes Merkmal ist der, für Masern typische, rote Ausschlag, der hinter dem Ohr beginnt. Die Krankheit schwächt das menschliche Immunsystem, was zu schweren Komplikationen führen kann.

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Lavanttal. Noch in den 90er Jahren starben rund eine Million der insgesamt 42 Millionen mit Masern infizierten Kinder und das, obwohl es längst eine Schutzimpfung gibt. Mit dieser hätte der Masern-Virus bereits ausgerottet werden können, da der Mensch der einzige Wirt für den Virus ist. Auch in Österreich kommt es immer wieder zu Erkrankungsausbrüchen, wie der Fall in Graz, vom Jänner diesen Jahres zeigt. Bei einem 15-Jährigen wurde im LKH Graz der hochansteckende Virus diagnostiziert. 28 Babys wurden an der Kinderklinik vorsorglich behandelt.

Krankheitsübertragung
Die Übertragung erfolgt über die Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten oder Sprechen), was den Masernvirus so hochansteckend macht. Wer mit dem Virus schon einmal infiziert war, braucht keine Bedenken einer nochmaligen Erkrankung äußern, denn die Masern bekommt man nur einmal im Leben. Verhindern lässt sich eine Virus-Infektion mit einer entsprechenden Impfung. Säuglinge bis zu einem Alter von rund vier bis sechs Monaten sind durch die Antikörper der Mutter geschützt, sofern diese gegen eine Masernerkrankung geimpft wurde.

Ausbruch und Verlauf
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch, beträgt im Schnitt zwischen acht und zehn Tagen. Der Auslöser ist der Masern-Virus (»Briarcus morbillorum«), der über Zellrezeptoren und Lymphknoten wandert und sich vermehrt. Am Beginn des Krankheitsverlaufes stehen grippeähnliche Symptome: Schnupfen, Husten, geschwollene Augen und steigendes Fieber. Am zweiten bis dritten Tag entstehen in der Mundschleimhaut weiße Flecken, die für die Erkrankung typisch sind. Der für Masern kennzeichnende Ausschlag beginnt ca. am vierten Tag hinter den Ohren und breitet sich über Gesicht und Hals auf den ganzen Körper aus.

Nach dem Abklingen des Hautausschlages ist die Krankheit aber noch nicht überstanden. Das Immunsystem wird durch den Virus derart stark geschwächt, dass Lungen-, Bronchien- oder Mittelohrentzündungen auftreten können. In seltenen Fällen kann es zu einer Masern-Enzephalitis kommen. Diese Gehirnentzündung tritt bei rund 0,1 Prozent der Betroffenen auf. Bei zehn bis 20 Prozent endet die Gehirnentzündung tödlich, rund ein Drittel muss mit bleibenden Schäden rechnen.

Noch seltener tritt die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) auf (eine Erkrankung pro 5.000 bis 10.000 Betroffene). Sie macht sich als Spätfolge erst sechs bis acht Jahre nach der Infektion bemerkbar und endet immer tödlich.

Vorbeugung
Empfohlen wird die gut verträgliche Schutzimpfung, die für alle Personen ab dem neunten Lebensmonat kostenlos ist. Bei rund 15 Prozent der geimpften Personen tritt Fieber als Nebenwirkung auf.Kinder sollten ab dem elften Lebensmonat geimpft werden. Der Dreifachimpfstoff MMR (Masern, Mumps, Röteln) wird zweimal, im Abstand von mindestens vier Wochen, verabreicht.

Der Impfstatus kann jederzeit mittels Blutabnahme festgestellt und eine eventuell fehlende Impfung nachgeholt werden. Besonders Eltern kleiner Kinder sollten auf ihren Impfstatus achten.

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