Sie betreiben eine Alpaka-Farm mitten in Wolfsberg

15 Exemplare der gutmütigen Fellknäuel mit den hypnotischen Augen halten Petra und Jürgen Strutz im Wolfsberger Auen. Die 35-Jährige hat sich bei einem Kanada-Aufenthalt in die putzigen Tiere verguckt.

Ihre ersten Alpakas kamen mit dem Linienflug Toronto-Wien zu ihnen

Wolfsberg. Sie sind zum Verlieben. Nicht Petra und Jürgen Strutz – doch, die auch –, aber vor allem die 15 Alpakas, die sie auf ihrem Hof im Talerweg im Wolfsberger Auen halten. Nicht umsonst heißt es in einem Sprichwort aus den Anden: »Wer einem Alpaka zu lange in die Augen schaut, ist von ihm für immer gefesselt.« Passiert.

Genau so erging es Petra Strutz, als sie 2010 einige Monate lang in Kanada unterwegs war: »Ich habe auf einer Alpaka-Farm gearbeitet und mich in die Tiere verliebt. Das kann man wirklich so sagen.« Zurück im steirischen Stainz, wo sie damals mit ihrem Mann Jürgen lebte, war schnell der Entschluss gefasst: Das machen wir auch. 2011, nachdem Petra den elterlichen Hof in Wolfsberg übernommen hatte, kaufte sie 13 Alpakas von »ihrer« kanadischen Farm. »Sie kamen mit der Linienmaschine Toronto-Wien – in Kisten«, schmunzelt die 35-Jährige, die an der FH Joanneum in Bad Gleichenberg »Gesundheitsmanagement im Tourismus« studierte.

Nach der Ankunft der Tiere wurde der Hofladen eröffnet, in dem heute  Schals, Mützen, Handschuhe, Socken, Taschen, Patschen, Hüte, Jacken und Capes, Schuheinlagen, Bettdecken und sogar Alpaka-Unterwäsche angeboten werden. Verarbeitet wird das Fell der Tiere, das jeden Frühling geschoren wird. »Man könnte die Alpakas theoretisch auch essen«, sagt Petra Strutz, »aber das wäre nicht wirtschaftlich, da sie nur wenig Fleisch haben« – und mit einem Preis zwischen 3.000 und 7.000 Euro pro Lebendexemplar nicht gerade billig sind. Und so freuen sich die beiden Hengste Johnny und Alexander MacKenzie, neun Stuten und vier Fohlen munter ihres Lebens.

25 Jahre Lebenserwartung
Das dauert übrigens ziemlich lange: Ein Alpaka wird bis zu 25 Jahre alt. »Unsere älteste Stute Gennoa ist bereits 17«, sagt Petra.

Die Tiere sind übrigens ihre Sache – wenn sie nicht gerade mit den Kindern Leonard (7), Maximilian (4) und Laura Marie (3), dem Weingarten oder der Firma ihres Mannes beschäftigt ist. Denn das Unternehmen namens »Industrieservice Jürgen Strutz«, das sich mit Instandhaltungen, Montagen und Reparaturen beschäftigt, bringt das tägliche Brot auf den Familientisch. Doch der 40-Jährige ist ebenfalls Alpaka-Fan. »Mir gefällt die angenehme Art der Tiere, sie strahlen Ruhe aus und sind nett zum Ansehen. Die Alpakas beruhigen und erden mich«, sagt Jürgen. Und weil der Tag 24 Stunden hat, die ausgefüllt sein wollen, besitzt er auch 1.000 Weinstöcke, die er seit sechs Jahren zieht. Mittlerweile werfen sie auch eine verwertbare Ernte ab, die es in Form feiner Tröpfchen im Hofladen zu kaufen gibt.

Wer auf den Geschmack gekommen ist und sich die Alpakas aus der Nähe betrachten möchte: Petra Strutz zeigt sie nach telefonischer Voranmeldung gerne her. Die Kontaktdaten gibt es unter qualityalpaca.at.