»Wer Euch wählt, hat eine schwere Krankheit ...«

FPÖ fordert Rücktritt von NR Wolfgang Knes (SPÖ) nachdem er auf Facebook Wähler beschimpfte. Knes sagt: "Ich trete nicht zurück"

Posting nach Narkose: Knes lehnt Rücktritt ab

Lavanttal. Der Wirbel ist gewaltig, die Rücktrittsforderungen fliegen tief. Der Lavanttaler Nationalratsabgeordnete Wolfgang Knes (SPÖ) hatte am 5. März in einem Facebook-Post, gerichtet an die »Freiheitlichen Arbeitnehmer«, unter anderem geschrieben: »Wer Euch wählt, hat eine schwere Krankheit ...«

Das blieb nicht ohne Folgen. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker sprach in einer Aussendung von einer »skandalösen Wählerbeschimpfung« und meinte: »Diese weitere skandalöse Entgleisung eines SPÖ-Nationalratsabgeordneten muss zu Konsequenzen führen. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und SPÖ-Landeshauptmann Peter Kaiser sind gefordert und müssen Knes sofort aus Parlamentsklub und Partei ausschließen.« 

Der Kärntner FPÖ-Obmann Gernot Darmann schrieb auf Facebook: »Und wieder ein hochrangiger Genosse aus den engsten Reihen des SPÖ-Chefs und Landeshauptmanns Peter Kaiser, der sich ausschließlich mit primitiven Äußerungen in Szene setzt. Hass-Postings sind wohl das Markenzeichen der SPÖ. Fremdschämen und der Rausschmiss von Knes sind angesagt!«

Der Angesprochene denkt nicht an Rücktritt. Im Interview mit den Unterkärntner Nachrichten sagte Knes: »Es ist am Faschingsdienstag passiert, an dem ich eine Operation hatte. Als ich aus der Narkose erwacht bin, habe ich ein Posting der ›Freiheitlichen Arbeitnehmer‹ gelesen und darauf geantwortet.«

Den Schlusssatz, der jetzt für Empörung sorgt, würde er heute »anders formulieren. Dafür entschuldige ich mich auch. Ohne Narkose hätte ich das so nicht geschrieben.« Zu seinen weiteren Aussagen, die die Regierung scharf kritisieren (siehe Bild rechts), steht Knes weiterhin, denn: »Damit habe ich ihnen nur den Spiegel vorgehalten, für alles das, was sie in den vergangenen 15 Monaten gemacht haben.«

Einen Rücktritt lehnt Knes ab: »Kommt nicht in Frage. Ich habe nichts strafrechtlich Relevantes gemacht. Wenn die Freiheitlichen auch bei sich so rigoros wären, dürfte bei ihnen keiner mehr drin sitzen.«

»Würde es nicht mehr liken«

Kritik der »Freiheitlichen Arbeitnehmer« gab es auch an Jürgen Jöbstl, Leiter der AK-Bezirksstelle Wolfsberg, der Knes’ Posting gelikt hatte. Jöbstl sagt: »Ich habe es als Privatperson gelikt, würde es aber nicht mehr tun und habe mein Like entfernt. Es bezog sich auf Knes’ Kritik an den Maßnahmen der Regierung.« Auch Günther Vallant, SPÖ-Bürgermeister von Frantschach-St. Gertraud, markierte das Knes-Posting mit einem gehobenen Daumen. Er meint: »Knes hat dazu alles gesagt, ich will das nicht mehr kommentieren.«