9:6 Stimmen für das KonzeptAusgabe | Mittwoch, 10. April 2019

Trotz hitziger Diskussionen setzte Bürgermeister Bernard Sadovnik mit den Stimmen seiner Partei und jenen der ÖVP den Grundsatzbeschluss für das Konzept »Heilende Wege« am Hemmaberg durch.

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Globasnitz. Mit sieben Stimmen der EL (Enotna Lista/Einheitsliste) und zwei Stimmen der ÖVP gegen sechs Stimmen der SPÖ, peitschte Bürgermeister Bernard Sadovnik (EL) in der eigens einberufenen Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch den Grundsatzbeschluss für das Konzept energetischer Park »Heilende Wege« am Hemmaberg durch.

Dem voraus ging der Auszug der SPÖ-Mandatare aus der Gemeinderatssitzung vom 27. März, weshalb über das Konzept damals kein Beschluss gefasst werden konnte (die Unterkärntner Nachrichten berichteten). Die SPÖ um Fraktionsobmann und zweiten Vizebürgermeister Wolfgang Wölbl stellt sich aus mehreren Gründen gegen das Projekt. 

»Persönliches Naheverhältnis«

Einer davon ist das »persönliche Naheverhältnis« zwischen Sadovnik und dem mit dem Konzept beauftragten Aura- und Chakrenmeister Christian Buchacher aus Klagenfurt, weshalb die SPÖ eingangs den Antrag auf Befangenheit des Bürgermeisters stellte.    Sadovnik wäre mit seiner Beratungsfirma Projektpartnerschaften mit Buchacher eingegangen.  »Das Gewerbe wurde mit 1. Jänner 2018 ruhend gestellt«, betont Sadovnik. Der erste Grundsatzbeschluss für das neue Gesamtkonzept am Hemmaberg, dessen Leitprojekt »Heilende Wege« sein soll, wurde aber bereits 2017 im Gemeinderat beschlossen (damals auch mit den Stimmen der SPÖ). Der Befangenheitsantrag wurde mit 9:6 Stimmen abgelehnt.

Wölbl kritisierte massiv das Konzept Buchachers, das bis zu zehn Meter hohe Menhire (Hinkelsteine) und Stahlkonstruktionen auf einem etwa 1,4 km langen Rundweg am Hemmaberg vorsieht. Eine Kostenrechnung und eine Evaluierung würden gänzlich fehlen: »Steine in dieser Größe wiegen etwa 70 Tonnen. Wie soll man die auf den Hemmaberg transportieren? Jeder Schüler macht eine bessere Projektbeschreibung.«

Die SPÖ stellte einen Abänderungsantrag, in der sie für einen allgemeinen Ideenwettbewerb unter Kärntner Künstlern eintritt. Außerdem sei Archäologe Franz Glaser in die Projektplanung zu involvieren. Der Hemmaberg-Experte war unter den Zuhörern der Gemeinderatssitzung und übermittelte dem Bürgermeister im Vorfeld ein Schreiben, in dem er das Konzept ebenfalls kritisierte. »Das Aufstellen von Menhiren käme einer historischen Verfälschung des Ortes gleich, der aufgrund seiner besonderen Entdeckungen aus der Völkerwanderungszeit und des frühen Christentums von gesamteuropäischem wissenschaftlichen Interesse ist«, heißt es darin. Trotzdem wurde auch der Abänderungsantrag wurde mit 9:6 Stimmen abgelehnt.

SPÖ schaltet Aufsicht ein

Sadovnik betonte, dass an diesem Tag keine Entscheidung über eine Projektumsetzung, sondern über die Weiterentwicklung getroffen würde: »Die Natürlichkeit des Berges wird beibehalten. Was jetzt dargestellt wurde, muss am Ende nicht so aussehen.« Der Bürgermeister sieht in dem Projekt ein großes Potenzial für die Zukunft, mehr Arbeitsplätze und naturnahen Tourismus: »Immer mehr Menschen suchen energetische Orte auf.« Die SPÖ kündigte an, dass sie von der Aufsichtsbehörde prüfen lassen will, ob frühere Beschlüsse im Gemeinderat aufgrund der Befangenheit des Bürgermeisters überhaupt rechtens waren. 

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