Spritverbrauch KärntenAusgabe | Montag, 25. Juni 2018

800 Liter Sprit jährlich fließen im Durchschnitt in den Tank eines jedenKärntner Pkw.

E-Mail

1834Kommentare

Meist gelesen

Artikel

KLAGENFURT. Ende Mai präsentierte der Verkehrs Club Österreich (VCÖ) eine interessante Studie zum Thema Spritverbrauch. Demnach fließen im Schnitt rund 800 Liter Sprit pro Jahr in den Tank eines Kärntner Autos. Zuletzt ist der Spritpreis in Österreich wieder deutlich gestiegen und der reale Spritverbrauch ist zu dem seit dem Jahr 2010 kaum gesunken. Nach der Aufkündigung des Iran-Abkommens durch US-Präsident Donald Trump sind die Spritpreise auch in Österreich gestiegen. Ein Liter Diesel kostet hierzulande nun im Schnitt 1,22 Euro und da- mit um zehn Cent mehr als noch Mitte März. Der Preis für einen Liter Eurosuper hat binnen zwei Monaten von 1,16 auf 1,27 Euro zugelegt. Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt: In die rund 321.000 Pkw der Kärntner Haushalte fließen im Schnitt 800 Liter Sprit pro Auto und Jahr.

Tücken der Statistik Seit dem Jahr 2010 ist die Anzahl der von den Kärntner Haushalten genutzten Autos laut Statistik Austria von 286.000 auf 321.000 gestiegen ist. Die für diese Autos getankte Spritmenge ist von 274 auf 256 Millionen Liter gesunken. „Auf den ersten Blick schaut es so aus, als würden die einzelnen Autos deutlich weniger Sprit verbrauchen. Doch in Wirklichkeit ist der Rückgang darauf zurückzuführen, dass pro Auto weniger gefahren wird, weil vor allem die Zahl der Zweitautos stark zugenommen hat“, weist VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen auf die Detaildaten hin. Während im Jahr 2010 ein Kärntner Auto im Schnitt rund 13.750 Kilometer gefahren wurde, sind es nun nur mehr rund 11.900 Kilometer pro Pkw.

Minimaler Minderverbrauch Der reale Spritverbrauch der einzelnen Autos ist seit dem Jahr 2010 nur wenig gesunken, macht der VCÖ aufmerksam. Im Jahr 2010 verbrauchte Kärntens Autoflotte pro 100 Kilometer im Schnitt 7,0 Liter, heute sind es rund 6,7 Liter. Der Grund: Die Neuwagen sind nur auf dem Papier deutlich spritsparender geworden, der reale Verbrauch hat sich kaum verringert. Hingegen hat sich die Abweichung des realen Verbrauchs von den Herstellerangaben hat sich bei Österreichs Neuwagen laut Umweltbundesamt allein seit dem Jahr 2010 von rund 20 Prozent auf fast 40 Prozent verdoppelt.

3-Liter-Auto als Standard „Anstatt die steigende Effizienz der Motoren für die Verringerung des realen Spritverbrauchs zu verwenden, sind die Neuwagen schwerer, breiter und PS-stärker geworden. Der SUV-Boom ist Ausdruck dieser Entwicklung. Und während die Autos an Größe und Gewicht zulegten, ist der Pkw-Besetzungsgra gesunken“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest. Würde es gelingen, diese Entwicklung umzukehren, wäre es für Österreich leichter, die Klimaziele zu erreichen und für die Autofahrer würden sich die Spritkosten verringern. „Das 3-Liter Auto könnte heute der Standard sein. Für den durchschnittlichen Autofahrer würde das bedeuten, dass nicht mehr rund 1.000 Euro pro Jahr fürs Tanken zu zahlen wären, sondern nur mehr 450 Euro – also um 550 Euro pro Jahr weniger“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Rasmussen.

Öl-Abhängigkeit reduzieren Der Spritverbrauch und die CO2-Emissionen gehen Hand in Hand. Der VCÖ fordert daher niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen auf EU-Ebene sowie Regulierungen bezüglich Breite und Gewicht der Fahrzeuge. Zudem setzt sich der VCÖ für raschere und umfassendere Maßnahmen ein, um die Erdölabhängigkeit des Verkehrs zu verringern. „Die Erdölabhängigkeit führt dazu, dass eine einzelne Handlung des US-Präsidenten die Mobilitätskosten erhöhen kann. Öffentlichen Verkehr, Radverkehr und E-Mobilität zu forcieren bedeutet auch, von Ölscheichs oder US-Präsidenten unabhängig zu werden“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Beim diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis Kärnten, der vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Kärnten und den ÖBB durchgeführt wird, sind innovative Projekte und Konzepte gesucht, die den Verkehr in Kärnten klimafreundlicher machen. Mitmachen können Betriebe, Schulen, Studierende sowie Schüler, Gemeinden, Städte und Vereine. Informationen und Einreichunterlagen unter www.vcoe.at

0 Kommentare Kommentieren

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden. Ihr Kommentar erscheint, sobald er gesichtet wurde.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentierenAnmeldenHier Registrieren