Sie forschen sich durch die JahrhunderteAusgabe | Mittwoch, 17. April 2019

Einmal im Monat treffen sich Unterkärntner Familienforscher, um Informationen auszutauschen und sich gegenseitig zu helfen. Der Stammtisch um Hartmut Passauer ist der größte seiner Art in der Region.

E-Mail

15340 Kommentare

Meist gelesen

Artikel

Gösselsdorf. Seine Großeltern und Urgroßeltern werden wohl die meisten kennen, doch wie geht die Ahnenreihe weiter? Immer mehr Menschen interessieren sich für ihre Herkunft, doch scheitert bei vielen die Suche nach den eigenen Vorfahren recht bald, wenn etwa in einer Geburtsurkunde der Name des Vaters nicht angegeben wurde oder Geburts-, Tauf- oder Sterbedaten fehlen. 

Auch die Kurrentschrift auf alten Dokumenten stellt – je weiter man zurückgeht – eine Herausforderung dar. Um sich in solchen Fällen gegenseitig zu helfen, hat der Gösselsdorfer Hartmut Passauer vor mittlerweile über einem Jahrzehnt den monatlichen Forscherstammtisch ins Leben gerufen. Zwischen fünf und 15 Personen treffen sich jeden ersten Freitag im Monat im Gasthaus Wallerwirt in Gösselsdorf. »Jeder erforscht seine eigene Familie, aber es gibt auch Verbindungen untereinander«, erklärt Passauer, »Vor allem das Gebiet südlich der Drau haben wir schon stark erforscht.«

Jeder hat seine Geschichte

Warum die einzelnen Teilnehmer zur Familienforschung gekommen sind, hat unterschiedliche Gründe. »Mir wurde von meiner Familie immer viel mündlich weitererzählt, aber ich habe mir nie etwas gemerkt. Jetzt will ich es selbst schwarz auf weiß haben«, sagt etwa Jakob Wedenig. Eine weitere Familienforscherin ist Helga Eberwein. Sie hat ihre Ahnen bereits bis zum Jahr 1620 zurückverfolgen können. Auf rund 6.400 Personen ist sie dabei gestoßen. »Man fängt bei der eigenen Familie an und will dann immer mehr wissen«, sagt Eberwein.

»Die Ahnenforschung ist wie eine Sucht, die einen nicht mehr loslässt«, ergänzt Ludmilla Roscher. Auch sie besucht seit Jahren regelmäßig den Forscherstammtisch. »Man erfährt viel Positives, aber auch Negatives aus der eigenen Familiengeschichte, wenn sich etwa ein Ahne als unehelicher Sohn einer Magd entpuppt«, sagt Passauer.

Obwohl viel in Archiven wie dem Diözesanarchiv oder dem Kärntner Landesarchiv gestöbert wird, macht vor der Ahnenforschung das digitale Zeitalter nicht halt. So gibt es unzählige Genealogieprogramme für Computer. Auch hier helfen sich die Hobby-Forscher gegenseitig, um das beste für die jeweiligen Bedürfnisse und Fragestellungen zu finden. Austausch findet außerdem in der eigens nur für Mitglieder eingerichteten Facebook-Gruppe statt. Da gerade im Südkärntner Raum viele alte Dokumente in slowenischer Sprache geschrieben wurden, hilft Stefanie Ferra beim Übersetzen. 

Neue Erkenntnisse

Fakt ist für Passauer, dass jeder Forscher nach dem Stammtisch mit neuen Erkenntnissen nach Hause geht: »Oft braucht nur ein Nachname zu fallen, der auch in der Familiengeschichte eines anderen eine Rolle spielt, und schon geht die Diskussion los.« Wer gerne einmal am Familienforscher-Stammtisch in Gösselsdorf teilnehmen möchte, ist herzlich dazu eingeladen (Details siehe Info-Box). Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich.

Familienforscher-Stammtisch

Nächster Termin: Freitag, 3. Mai.

Wo: Gasthaus Wallerwirt in Gösselsdorf.

Beginn: ab 19.30 Uhr.

Weitere Termine: Freitag, 7. Juni, und danach wieder nach der Sommerpause jeden ersten Freitag im Monat ab dem
4. Oktober.

0 Kommentare Kommentieren

Keine Kommentare gefunden!

Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden. Ihr Kommentar erscheint, sobald er gesichtet wurde.

Bitte melden Sie sich an, um die Beiträge zu lesen oder zu kommentieren.AnmeldenHier Registrieren