Wolfsberger betreibt "k. u. k.-Museum"Ausgabe | Mittwoch, 24. April 2019

Während einer Übung der FF Wolfsberg, bei der Ingold Termoth auf einen Dachboden klettern musste, kam ihm die Idee, das Museum zu gründen. Interessierte müssen Hürden nehmen, um die Exponate zu sehen.

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Wolfsberg. Sein liebstes Ausstellungsstück ist ein Offizierssäbel aus der Zeit Kaiser Franz Josephs, den er vor einigen Monaten als Geschenk erhielt. Doch es ist beileibe nicht das einzige Prachtstück, das Ingold Termoth in seinem Wolfsberger »k. u. k.-Museum« zeigt. Der 65-Jährige hat in einem Raum seines Hauses in der Johann-Offner-Straße 24 ein buntes Sammelsurium an historischen Gegenständen vereint, die vom imposanten Hirschgeweih über zahlreiche Orden bis zur (noch immer gefüllten) »Hausapotheke für Luftschutzräume« reicht. Sein Credo: »Ich bin stolz darauf, dass hier das Erbe unserer Väter an die nächste Generation weitergegeben wird.«

Termoth stammt eigentlich aus Klagenfurt und war vor seiner Pensionierung »Maler und Renovierer«, wie er sagt. Wolfsberg lernte er während seines Präsenzdienstes in der – 2006 aufgelassenen – Aichelburg-Kaserne kennen. »Die Stadt hat mir schon damals gut gefallen«, sagt er. Damals wusste er nicht, dass sich diese Beziehung noch vertiefen würde.

 1974 lernte er in Klagenfurt seine spätere Ehefrau Edith, eine gebürtige Wolfsbergerin, kennen, 1998 zog das Paar in die Bezirksstadt und in das Haus in der Johann-Offner-Straße. Im gleichen Jahr nahm Termoth an einer Übung der FF Wolfsberg unter dem damaligen Kommandanten Joachim Ressler teil, bei der auch die Brandbekämpfung eines Dachbodens geprobt wurde. »Dort habe ich einige Dinge aus der Zeit Kaiser Franz Josephs gefunden und mir gleich gedacht, für Schulen ein Museum zu gründen«, sagt Termoth.

Kurze Zeit später – die Sammelleidenschaft war bereits in vollem Gange – machte er sich an die Renovierung eines Raumes im neu bezogenen Haus. Etwa zwei Jahre lang werkelte er an dem Zimmer, das laut dem Museumsdirektor einst als Backstube für das Schloss Bayerhofen gedient hatte. Ab dem Jahr 2000 begann er, es mit diversen Gegenständen auszustaffieren und sie Schülern zu präsentieren, 2011 wurde es offiziell eröffnet. 

Woher stammen all diese Dinge? Termoth zückt einen Zettel und legt ihn dem Redakteur vor. Darauf vermerkt sind Rudolf Pittino vom Musikhaus Randeu, Bezirksjägermeister Walter Theuermann, Büchsenmachermeister Josef Martinz und die Rechtsanwältin Gabriella Bardel. »Die müssen alle im Artikel vorkommen«, sagt Termoth und klopft auf das Blatt, »denn sie sind die wichtigsten Sachspender, ohne die es das Museum nicht gäbe.« So trug etwa Bardel mit Erinnerungsstücken aus dem Leben des früheren Wolfsberger Bürgermeisters Hermann Fischer (1853 – 1932), der im Ersten Weltkrieg an der Ostfront gekämpft hatte, zur Termoth’schen Sammlung bei.

Spielregeln

Sehen dürfen sie vor allem Schüler. Alle weiteren Interessierten sind zwar willkommen, sie müssen aber einige Hürden meistern, ehe sie die Schwelle übertreten können. »Meine Telefonnummer ist im Rathaus hinterlegt. Wer zu mir will, muss nur dorthin gehen, dann wird mit mir Kontakt aufgenommen«, so Termoth. Nicht zulässig ist es, die Stücke anzufassen oder gar zu fotografieren. Wer sich an diese Spielregeln hält, kann vom Gardegewehr bis zur ordenbehangenen Offiziersuniform, von der Schreibmaschine bis zum 1935 erlegten Auerhahn Dinge bestaunen, die aus dem Alltag längst verschwunden sind. 

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