Wetterfühligkeit ist keine Einbildung

Extreme Temperaturen, nass-kaltes Wetter oder starke Wechsel von Hitze zu Kälte bereiten Menschen Probleme. Vorhersagen, wann die Probleme auftreten, sind schwierig, jeder muss auf sich selbst achten.

Der Kopf brummt und der Schlaf leidet: Wetterfühligkeit ist nicht eingebildet

Lavanttal. Die Bezeichnung »Wetterfühligkeit« kennt nahezu jeder – sie näher zu erklären, fällt vielen aber schwer. Die meisten verbinden mit der »Meteoropathie«, so die Fachbezeichnung, zunächst die typischen Symptome: Kopfschmerzen, Migräne, Müdigkeit, Benommenheit, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen, Muskelziehen, Gelenkschmerzen oder Gereiztheit. Etwa 50 Prozent der Bevölkerung geben an, wetterfühlig zu sein. Doch was ist Wetterfühligkeit genau und wie kommt es zu diesen Symptomen?

Generell versteht man unter Wetterfühligkeit die Anfälligkeit, sich von Wetterveränderungen und bestimmten Klimaerscheinungen beeinflussen zu lassen, was sich in verschiedenen körperlichen und psychischen Befindlichkeitsstörungen ausdrücken kann. Wetterfühligkeit selbst ist kein spezifisches Symptom, sondern ein unspezifisches Krankheitsbild, bei dem Störungen im vegetativen Nervensystem zu vielfältigen Symptomen führen können. Über die genauen Hintergründe sind sich Forscher noch nicht einig. Was jedoch sehr wesentlich ist und für viele Betroffene entlastend: Wetterfühligkeit ist nicht eingebildet.

Empfindlicher
Menschen, die wetterfühlig reagieren, sind meist generell Außeneinflüssen gegenüber empfindlicher. Hektik, Stress, Unausgeglichenheit, ungesunde Ernährung, Konkurrenz und viele andere Aspekte der modernen Lebensweise, aber auch Traumen oder Hochsensibilität machen das Nervensystem empfindlicher und lassen es sensibler auf Stressreize reagieren. So ist in der Folge auch die Reizschwelle des vegetativen Nervensystems klimatischen Veränderungen gegenüber herabgesetzt. Ein gesunder Mensch nimmt Wetterveränderungen zwar wahr, entwickelt aber keine körperlichen oder psychischen Beschwerden.

Weiters gibt es Klimabedingungen, die verstärkt Wetterbeschwerden auslösen. In erster Linie sind das extreme Temperaturen, nass-kaltes Wetter sowie starke Wechsel von Hitze auf Kälte oder umgekehrt. Im Sommer 2003 kam es im Zuge einer Hitzeperiode zu einem Anstieg der Todesrate. Allerdings können Menschen ebenso bei schönem Wetter und stabiler Wetterlage beeinflusst werden. Daher gehen Fachleute davon aus, dass Belastungsreaktionen die Summe verschiedener Wetterfaktoren wie Temperatur, Feuchtigkeit, Sferics (elektromagnetische Gewitterimpulse), Druckschwankungen, UV- und Infrarotstrahlen, aber auch Pollenflug und Umwelteinflüsse sind.

Aber: Mensch ist nicht gleich Mensch. Verschiedene Wetterlagen können sich auf den Einzelnen unterschiedlich auswirken. Daher ist es nicht möglich, gezielte Vorhersagen zu machen und Tipps zu geben wie: »Morgen steigt der Blutdruck. Herzpatienten sollten besonders vorsichtig sein.« Jeder Wetterfühlige ist gefordert, sich selbst und seine Reaktionsweisen besser wahrzunehmen und auf sich zu achten.