„E-Edu 4.0“ an der HTL Wolfsberg: Grenzüberschreitendes Projekt zur Ingenieurausbildung 4.0Ausgabe | Montag, 25. Juni 2018

Die Kärntner Teilnehmer mit Dir. Jürgen Jantschgi (2. Reihe 3. v. li.), dem Vertreter der HTL Wolfsberg, beim KWF-Treffen in Bozen.

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Am 14. Mai wurde in Belluno (ITA) der Startschuss für das grenzüberschreitende Kooperationsprojekt „E-Edu 4.0“ im Förderprogramm IT-AT (Interreg Italien-Österreich) gegeben. Dieses Kooperationsprogramm ist Teil der Förderprogramme der europäischen Zusammenarbeit für die Periode 2014-2020 und wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) nanziert.

 

WOLFSBERG. Das Projekt „Engineering Education 4.0“ hat eine Laufzeit von 30 Monaten. Es wurde von der HTL Wolfsberg mitkonzipiert und wird nun gemeinsam mit den Projektpartnern FH Kärnten, Universität Bozen, Friuli Innovazione, T2I (Technology Transfer and Innovation in Udine), der Handelskammer Treviso-Belluno als Koordinator sowie der Industriellenvereinigung Kärnten als assoziierter Partner umgesetzt.

 

Die Ziele des Projekts

Die wesentlichen Ziele des Projektes sind die Schaffung und Etablierung eines nachhaltigen, regionalen Netzwerks für eine zukunftsorientierte Ingenieurausbildung sowie Investitionen in die Infrastruktur der Projektpartner, um weiterhin höchstwertige technische Ausbildungen am Stand der Technik zu ermöglichen.

Direktor Jürgen Jantschgi begründet die Motivation der HTL Wolfsberg für dieses Projekt folgendermaßen: „Digitalisierung und Industrie 4.0 sind in aller Munde. Unsere Aufgabe als Höhere Technische Bundeslehranstalt ist es, diese Schlagwörter für Schüler greifbar bzw. begreifbar zu machen. Durch dieses Projekt sollen außerdem der Einsatz neuer Lehr- und Lernformen sowie die Schaffung neuer Lernumgebungen (Bildung 4.0) an der HTL Wolfsberg weiter ausgebaut werden.“

 

Zusätzliche Teilnahme an KWF-Treffen in Bozen

Die HTL Wolfsberg hat schon in den letzten Jahren etliche Erfahrungen bei Förder- und Forschungsprojekten sammeln können. Daher wurde die Schule bereits Anfang Mai – eine Woche vor dem „E-Edu 4.0“-Kickoff – als potenzieller regionaler Partner vom KWF (Kärntner Wirtschaftsförderungs-Fonds) zu einem Treffen von Forschungseinrichtungen aus Kärnten und Südtirol nach Bozen eingeladen.

Für das Führungsteam der HTL Wolfsberg ist dies eine Motivation zur weiteren Teilnahme an solchen Forschungs- und Entwicklungsprojekten. „Unsere Schule wird diese Projekte nutzen, um unseren Schülern weiterhin Technik am Puls der Zeit und unseren Unternehmenspartnern ein Innovations- und Technologie-Netzwerk bieten zu können“, so Direktor Jantschgi.

Für den KWF besteht der Nutzen solcher Vernetzungen darin, die Zusammenarbeit der ansässigen Forschungs- und Entwicklungs-Einrichtungen zu vertiefen. Darum hat der Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds gemeinsam mit der autonomen Provinz Bozen und dem Enterprise Europe Network dieses Treffen – übrigens das erste dieser Art – organisiert.

Der KWF war am 8. Mai mit einer 30-köpfigen Delegation nach Bozen gereist, um das Spektrum seiner Forschungs- und Innovationsleistungen zu präsentieren und parallel Südtiroler F&E-Einrichtungen sowie die Südtiroler Technologie- und Innovationspolitik kennenzulernen. Kärntens Vertreter waren neben dem KWF die Alpen-Adria Universität Klagenfurt, die Fachhochschule Kärnten, die COMET-Zentren CTR AG und die Kompetenzzentrum Holz GmbH, die Joanneum Research ForschungsgmbH, der Lakeside Science&Technology Park, der Silicon Alps Cluster, die HTL Wolfsberg, das Business Frauen Center, die Wirtschaftskammer Kärnten und Mitarbeiter des Büros von LHStv. und Technologiereferentin Gaby Schaunig.

Gemeinsame inhaltliche Anknüpfungspunkte, die im Rahmen eines Networkings besprochen wurden, finden sich im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Automation & Digitalisierung, Holz, Inkubator & Start- Ups, Ambient Assisted Living und den Green Technologies.

Ein weiterer Höhepunkt des Besuchs war die Besichtigung des im Herbst 2017 eröffneten NOI Nature of Innovation Techparks in Bozen. Südtirols neuer Technologiepark bündelt die Innovationskraft des Landes und konzentriert die Forschungseinrichtungen an einem Ort. Durch die Ansiedelung von forschungsaffinen Unternehmen soll der Park zum Motor für Südtirols wirtschaftliche Entwick- lung werden.

„Sinnvolle Zusammenarbeit“

„Kärnten und Südtirol haben in den letzten Jahren im Bereich F&E und Technologie aufgeholt und eine ähnliche strukturelle Ausgangssitu- ation. Eine Zusammenarbeit, insbesondere im Rahmen des grenzübergreifenden EU-Programms INTERREG Va, hat daher Sinn“, so KWF-Vorstand Erhard Juritsch. „Der bevorstehende Projektaufruf im Herbst bietet Gelegenheit dazu, weitere EU-Mittel für Kärnten in kooperativen Projekten zu lukrieren“, so Juritsch weiter.

„Mit einer Forschungsquote von 3,15 Prozent spielt Kärnten bereits heute in der europäischen Top-Liga mit. Durch ein klares landespolitisches Bekenntnis zur F&E-Ausrichtung sowie der Unterstützung von innovativen Betrieben und Start-Up-Unternehmen werden wir diese Quote noch deutlich steigern“, erläutert Technologiereferentin LHStv. Gaby Schaunig. Länderübergreifende Kooperationen und Synergien am Beispiel des INTER- REG-Va-Programms würden diese Entwicklung zusätzlich fördern und zu einer erhöhten internationalen Sichtbarkeit des Landes führen“, so Schaunig, die weiter meint: „Das stärkt nicht nur den Wirtschaftsstandort Kärnten nachhaltig, sondern bereitet auch den Boden für den Zuzug hoch qualifizierter Fachkräfte.“

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