Wähler stärkten ÖVP und FPÖAusgabe | Mittwoch, 29. Mai 2019

Die EU-Wahl ist geschlagen. Im Bezirk Wolfsberg liegt die SPÖ weniger als einen Prozentpunkt vor der ÖVP, die sich um über fünf Prozent steigern konnte. Auf Platz drei liegt die FPÖ, die im Lavanttal fast vier Prozent mehr Stimmen holte als 2014.

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Lavanttal. Was im Vorfeld der EU-Wahl am Sonntag innenpolitisch in Österreich los war (Stichwort »Ibiza-Gate« und seine Folgen) füllt seitdem europaweit die Zeitungsseiten. Mit dementsprechender Spannung wurde auch das Wahlergebnis erwartet. Österreichweit konnte die ÖVP enorm zulegen, und liegt über zehn Prozentpunkte vor der SPÖ, die einen leichten Verlust einstecken musste. Auf Platz drei liegt die FPÖ, die entgegen den Erwartungen nur rund 2,5 Prozentpunkte verlor.

In Kärnten konnte die SPÖ trotz Verlusten Platz eins knapp vor der ÖVP halten, die sich über starke Zuwächse freuen konnte. Auf Platz drei liegt die FPÖ, die in Kärnten sogar über einen Prozentpunkt dazugewinnen konnte. Die Grünen verloren, die NEOS gewannen leicht dazu. Das Bezirksergebnis für das Lavanttal sieht von der Reihung her so aus, wie das Kärnten-Ergebnis.

Was sagen nun die Lavanttaler Bezirkschefs zum Wahlausgang im Bezirk Wolfsberg? Johann Weber von der ÖVP ist wie erwartet »sehr zufrieden« mit dem Ergebnis: »Die Wähler sind mündiger geworden und entscheiden von Situation zu Situation. Das gibt Hoffnung für die Zukunft und macht alle Wahlen interessant.«

Christian Ragger von der FPÖ: »Meines Wissens nach sind wir der beste Wahlkreis der FPÖ in Österreich. Hier macht sich unsere seit 20 Jahren im Bezirk gewachsene Struktur bemerkbar. Wir stehen seit Jahrzehnten für unsere Politik ein und vertreten nicht nur Extrempositionen.« Das Potenzial für die vorgezogene Nationalratswahl schätzt Ragger noch höher ein: »Darauf müssen wir jetzt hinarbeiten.«

Landesrat und SPÖ-Bezirksparteichef Daniel Fellner möchte das Ergebnis der EU-Wahl nicht so sehr auf einzelne Bezirke oder Gemeinden herunterbrechen: »Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme, aus der die SPÖ nicht so gut ausgestiegen ist. Das ist aber kein Grund zu verzweifeln.« Die EU-Wahl 2014 war für Fellner nach der vorgezogenen Landtagswahl in Kärnten 2013 einer der Höhepunkte der Abstrafung für die FPÖ, deshalb sieht er das jetzige Erstarken der FPö nicht so schlimm: »Sie hat sich in meiner Analyse wieder ein bisschen gefestigt.« Der ÖVP sei es »gut gelungen, die Wahl so darzustellen, als ginge es um den Nationalrat.« Positiv überrascht und »sehr froh« zeigt sich Fellner über die hohe Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2014.

Bezirkssprecherin Susanne Dohr von den Grünen sieht das Ergebnis im Lavanttal trotz der Verluste positiv: »Wir sind aus dem Landtag geflogen und hatten daher wenig Budget für einen Wahlkampf. Bei uns haben alle aus idealistischen Gründen mitgearbeitet, das stimmt mich zuversichtlich für die kommende Nationalratswahl.« Allgemein sei für Dohr ein »Grün-Trend« zu erkennen, vor allem bei den Wählern, die unter 30 Jahre alt sind.

Info: Die Gemeindeergebnisse in der Grafik zeigen das Ergebnis ohne Briefwahl-Stimmen, da diese nur für den ganzen Bezirk ausgezählt wurden. Insgesamt wurden im Bezirk Wolfsberg 2.029 Briefwahl-Stimmen abgegeben (689 SPÖ, 515 ÖVP, 360 FPÖ, 253 Grüne, 157 Neos, 21 KPÖ, 15 Europa, 19 ungültig).

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