Insolvenzen gingen im ersten Halbjahr zurück, Privatkonkurse stiegen anAusgabe | Mittwoch, 26. Juni 2019

Sehr unterschiedliche Entwicklungen bei Unternehmensinsolvenzen und Privatkonkursen gab es im Bezirk Wolfsberg in den ersten sechs Monaten. 28 Verfahren über natürliche Personen wurden eröffnet.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp TripoltVon Philipp Tripolttripoltno@spamunterkaerntner.at
Während bei den Unternehmensinsolvenzen lediglich zwei Verfahren eröffnet wurden, stiegen Privatkonkurse um 62 Prozent an. Foto: Pixabay.com

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Lavanttal. Wie der KSV1870 Klagenfurt meldet, gibt es für den Bezirk Wolfsberg sehr unterschiedliche Entwicklungen im ersten Halbjahr, was Unternehmensinsolvenzen und Privatkonkurse betrifft. Mit Stand 17. Juni gab es im laufenden Jahr fünf Unternehmensinsolvenzen (zwei eröffnete und drei nicht eröffnete Insolvenzverfahren). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 18 Unternehmensinsolvenzen (davon acht eröffnete und zehn nicht eröffnete Verfahren) – das entspricht einem Rückgang von 72 Prozent.

Die Insolvenzverbindlichkeiten (224.000 Euro) sind gegenüber dem Vorjahr markant gesunken (2018: 7,5 Millionen Euro), davon 5,2 Millionen an Verbindlichkeiten durch die Insolvenz der Kresta Industries GmbH.

Die beiden eröffneten Insolvenzfälle aus dem Jahr 2019 sind die Konkursverfahren über Michael Günther Sattler, Transportbegleitung aus Reichenfels (114.000 Euro), und die Bäckerei Albin Grani GmbH aus St. Andrä (110.000 Euro).

»Ein weiterer Rückgang der Insolvenzen ist mittelfristig nicht zu erwarten. Gleichzeitig ist auch ein eklatanter Anstieg derzeit unwahrscheinlich. Solange die Niedrigzins-Politik andauert, können sich viele überschuldete Unternehmen zum Teil gerade noch halten«, lautet die Einschätzung von Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin des KSV1870-Standorts Klagenfurt.

Anstieg von Privatkonkursen
Deutlich angestiegen sind hingegen die Privatkonkurse im ersten Halbjahr. Im Bezirk wurden, ebenfalls mit Stand 17. Juni, bislang 28 Insolvenzverfahren über natürliche Personen eröffnet. »Das sind um 64 Prozent oder elf Fälle mehr als im Vorjahr«, berichtet Barbara Wiesler-Hofer.

Fast alle Verfahren wurden von den Schuldnern selbst beantragt und dienen der Regulierung der Schulden, die in den ersten sechs Monaten bei insgesamt 4,5 Millionen Euro lagen. Gegenüber den ersten sechs Monaten von 2018 bedeutet das eine Steigerung von 60 Prozent. Gleichzeitig ist aber die durchschnittliche Einzelverschuldung pro Fall von 164.705 (2018) auf 160.714 Euro gesunken.

»Bislang ist ein Rückgang aus dem Vorjahr nicht zu beobachten. Es ist allerdings mit einem Abflachen der Zahlen zu rechnen, vor allem auch in Hinblick auf die Höhe der Schulden«, so die Einschätzung von Wiesler-Hofer für das restliche Jahr 2019.

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