Er hält fest, was sich in seiner Gemeinde abspielt Ausgabe 31 | Mittwoch, 31. Juli 2019

2020 sind es zehn Jahre, dass Thomas Probst die Veranstaltungen und Aktivitäten in Bad St. Leonhard und Umgebung der Weltvermittelt. Der 38-Jährige ist Gründer und Betreiber des Leonharder Blogspots, auf den monatlich rund 30.000 Menschen zugreifen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Eine Kamera, ein Laptop und die Unterstützung der ganzen Familie: Mit diesen Mitteln betreibt Thomas Probst seinen Leonharder Blogspot. Manchmal ist auch seine Familie dabei, wenn er eine Veranstaltung besucht, über die er später berichten will. Sein Ziel ist es, objektiv zu sein und das obere Tal in einem positiven Licht darzustellen. Foto: Hok

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Bad St. Leonhard. Im kommenden Jahr feiert sie zehnten »Geburtstag«: die Internet-Site »Leonharder Blogspot« und mit ihr Gründer und Betreiber Thomas Probst. Seit es der 38-Jährige 2010 ins Leben gerufen hat, hat sich das Informationsportal zu einer echten »Macht« in der Gemeinde und auch im Lavanttal entwickelt. Denn während Bad St. Leonhard zurzeit 4.377 Einwohner besitzt, verzeichnet der Blog im Schnitt 30.000 Besucher pro Monat. Manchmal dürfen es auch ein bisschen mehr sein.

Seinen Erfolg begründet Probst so: »Ich bemühe mich, immer objektiv zu sein und das obere Tal in einem positiven Licht zu zeigen.« Demgemäß ist er bei (fast) jeder Veranstaltung und jedem Ereignis mit seiner Sony-Kamera vor Ort und hält fest, was sich abspielte und wer dabei war. Dazu informiert er seine User stets akribisch, was wann wo geschehen wird: Von der partiellen  Mondfinsternis bis zum Straßenfest – alles wird auf leonharder.blogspot.com angekündigt. 

»Manche Leute nennen mich Blogspot, wenn ihnen mein Name nicht einfällt«
Thomas Probst, Leonharder Blogspot

Die Reaktionen sind laut Probst, der sich das tägliche Brot als Schlosser bei der Firma Stugeba in Bad St. Leonhard verdient, durchwegs positiv: »Die Leute sprechen mich bei Veranstaltungen immer wieder auf meine Beiträge an. Manchmal nennen sie mich Blogspot, wenn ihnen mein Name nicht einfällt.« Und er weiß genau: »Mancher möchte sich nicht fotografieren lassen – aber gerade diese Leute schauen sich dann meine Site umso intensiver an«, sagt Probst und lächelt.

Die Idee für den Blog hatte er während eines Fests: »Mir fiel auf, dass es bei uns sehr viele Veranstaltungen und Aktivitäten gab, über die nirgends berichtet wurde. Da dachte ich mir, das muss man doch an die Öffentlichkeit bringen.« Kurzerhand setzte er sich an den Computer und erstellte seine Website. Das Anhängsel »Blogspot« war beim verwendeten Programm verpflichtend, Probst setzte nur noch »Leonharder« davor. Seither hat er unzählige Stunden seiner Freizeit in den Blog investiert.

Ganze Familie dabei

Wie geht sich das neben der Arbeit und dem Familienleben aus? »Meine Frau Marion hat nichts dagegen, sie steht – wie bei meinem Verein Freizeitclub, bei dem ich Obmann bin – hinter mir.« Bei manchen Aktivitäten nimmt Probst gleich die ganze Familie mit: Neben Ehefrau Marion auch die Söhne David (13) und Christian (18). Etwa bei der heurigen Bildstöckl-Wanderung oder einem Besuch des Straußenhofs Schoberegger in Reichenfels. David ist schon selbst aktiv: »Beim letzten Unwetter im Lavanttal habe ich die Fotos gemacht«, erzählt er.

Pro Jahr stellt Probst 250 bis 300 Beiträge zu den verschiedensten Themen ins Netz. »Mehr als 200 davon sind Veranstaltungsberichte. Ich versuche, bei so vielen wie möglich dabei zu sein, wenn es meine Zeit zulässt.« Zuhause setzt er sich an den Laptop, bearbeitet die Fotos, tippt die Texte – und lässt die Welt am Leben in Bad St. Leonhard teilnehmen.

»Beim Genuss-Festival bin ich jeden Tag im Einsatz – das ist anstrengend«
Thomas Probst, Blogger

Gerade brachte er anstrengende Tage hinter sich: »Denn beim viertägigen Genuss-Festival war ich täglich im Einsatz.« Auch die Faschingszeit bedeutet für ihn Großeinsatz: Als Gildenmitglied fotografiert er bei jeder Sitzung, »ich bin quasi unser Pressefotograf«. Und weil der Tag für Probst mehr Stunden zu haben scheint als für Otto Normalverbraucher, sitzt er für die Liste Dohr auch im Leonharder Gemeinderat. 

»Das ist nicht das Meine«

Als Influencer, wie Blogger heute gerne genannt werden, sieht er sich nicht: »Mir geht es nur um die Berichte.« Seine Stellung ausnutzen, um sich persönlich Vorteile zu verschaffen, wie es in dieser Szene mittlerweile an der Tagesordnung steht, fällt Probst nicht ein. »Nein, das ist nicht das Meine«, sagt er. 

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