WAC-Präsident Dietmar Riegler: »Fußball ist seit meiner Kindheit meine große Leidenschaft«Ausgabe 32 | Mittwoch, 7. August 2019

Nach dem historischen Erfolg des RZ Pellets WAC in der abgelaufenen Saison spricht WAC-Präsident Dietmar Riegler mit den Unterkärntner Nachrichten über die Ziele in der Europa League, seine Pläne für die Koralpe und das Leben als umtriebiger Geschäftsmann.

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Die vergangene Saison war mit Platz drei und der Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League überragend. Hätten Sie sich das vor der Saison gedacht?
Das hätte ich mir nie gedacht. Mein Wunsch vor Saisonbeginn war ein Platz unter den ersten sechs. Dass es dann Platz drei wurde und wir in der Gruppenphase der Europa League sind, war mehr ein Wunsch. Das war der stärkste WAC, den es je gab.

Welche Ziele haben Sie sich für diese Saison bzw. die Europa League gesetzt?
In der Meisterschaft möchten wir natürlich wieder die Meistergruppe erreichen. Die Europa League ist die Belohnung für die erfolgreiche vergangene Saison. Ich hoffe auf den einen oder anderen Punkt. Wichtig ist mir, dass wir den Verein gut präsentieren und Wolfsberg damit bekanntmachen. 

»Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist so groß wie nie zuvor. Das Team ist eine Einheit«
Dietmar Riegler, WAC-Präsident

Der Erwartungsdruck ist sicher sehr hoch. Wie gehen Sie damit um?
Das stimmt, es war etwas schwieriger, vor allem auf dem Level zu bleiben, sowohl beim Trainer als auch bei den Spielern, und die richtige Mischung zu finden. Wir mussten auch einige Spieler ersetzen. Dabei haben wir sehr genau darauf geschaut, dass nicht nur die spielerische Qualität stimmt, sondern der Spieler auch charakterlich zur Mannschaft passt. Das ist uns aber sehr gut gelungen. Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist so groß wie nie zuvor. Das Team ist eine Einheit, es gibt keine Gruppenbildungen. Bislang haben wir nicht viel falsch gemacht.

Durch die Europa League kommt auch viel Geld in die Kassa. Wird es in neue Spieler investiert?
Wir arbeiten weiter wie geplant. Wir wollen das Geld jetzt nicht für Spieler verwenden, sondern die Infrastruktur verbessern. 

Durch den »Wald im Stadion« können Sie nicht in Klagenfurt spielen. Was halten Sie von diesem Projekt?
Mir ist schon klar, dass es rund um dieses Kunstprojekt langfristige Verträge gibt. Was mich aber ärgert, ist, dass es seitens des Landes Kärnten kein Bemühen beziehungsweise kein Entgegenkommen uns gegenüber gab, eine akzeptable Lösung zu finden. Es ist natürlich schade für die Kärntner Fans, dass wir unsere Europa-League-Spiele nun in der Steiermark austragen müssen.

Sie sind ein erfolgreicher Unternehmer. Was war Ihre Motivation einen Fußballverein zu übernehmen?
Ich bin bereits seit meiner Kindheit mit Fußball verbunden. Fußball ist meine Leidenschaft. Außerdem sind wir eine fußballfanatische Familie, auch meine Frau ist davon begeistert. Unser Sohn spielt außerdem bei St. Andrä.

Sie investieren viel Geld in den Verein, das man nie wieder bekommt. Warum tut man sowas?
Wie gesagt, ich bin leidenschaftlicher Fußballfan. Das Engagement beim WAC hat die Marke RZ aber auch österreichweit sehr bekannt gemacht. Das hilft schon sehr viel. Ich bin zufrieden.

Sie waren auch selbst Spieler. Wie weit haben Sie es gebracht?
Ich war seinerzeit Teil der Mannschaft, die in die 2. Division aufgestiegen ist. Damals war ich 22 Jahre. Ich musste mich aber entscheiden: entweder Beruf oder Fußball. Und ich habe mich dann für meinen Beruf entschieden. Ich habe aber noch weitere fünf Jahre beim ATSV gespielt und mit 27 Jahren meine aktive Karriere beendet. Ich habe mit 30 Jahren noch einmal die Fußballschuhe für St. Andrä angezogen. Ich war bei diesem Verein auch zehn Jahre als Präsident tätig. In dieser Zeit erfolgte die Fusion mit dem WAC, die es bis 2010 gab.

»Die Europa League ist die Belohnung für die erfolgreiche vergangene Saison«
Dietmar Riegler, WAC-Präsident

Ihr Kerngeschäft sind Pellets. Betreiben Sie auch noch Ihre Biomassekraftwerke?
Insgesamt verfügen wir über zwölf Biomassekraftwerke in ganz Österreich. Dazu kommen noch sieben Pelletswerke und ein Sägewerk.

Und zusätzlich haben Sie vor einigen Jahren auch noch die Koralpe übernommen. Wie ist es denn dazu gekommen?
Der damalige Geschäftsführer Walter Töfferl hat mich gefragt, ob ich ein Biomassewerk auf der Koralpe errichten würde. Und so kam es zu einer ersten Zusammenarbeit und ich bin langsam in die Koralpe hineingewachsen. Es gab dann aber immer wieder Probleme, und nach Töfferls Ausstieg habe ich die Geschäfte übernommen.

Was ist in Zukunft für die Koralpe geplant?
Wir arbeiten an der Vollbeschneiung und einem neuen Speicherteich. Auch ein Erlenlochsessellift ist geplant und die Gastronomie wird ausgebaut. Als Zeitrahmen habe ich mir dafür die nächsten drei Jahre gesetzt.

Sie hatten eine Fußballschule in Ghana. Was wollten Sie damit bezwecken?
Wir hatten damals einen Spieler aus Ghana. Ursprünglich war das ganze als Sozialprojekt geplant, um Straßenkinder zum Fußball zu bringen, ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen usw. Als wir dann ein Sichtungstraining ankündigten, bei dem fünf Spieler aufgenommen werden sollten, standen auf einmal über 5.000 Kinder und Jugendliche vor der Tür.

Warum wurde das Projekt wieder aufgegeben?
Die Regierung dachte, dass wir andere Projekte in Ghana auch unterstützen würden, und da konnten wir nicht mitmachen. Also wurde die Schule ausgeschrieben und von Red Bull übernommen.

Sie könnten ein ruhiges Leben führen. Nun haben Sie einen Berg, einen Fußballverein und mehrere Unternehmen. Warum tun Sie sich das an?
Ich möchte arbeiten. Ich sehe noch viele Aufgaben in meinen Betrieben, die ich zu erledigen habe. Ich möchte noch lange berufstätig bleiben. Irgendwann werde ich sicher etwas leiser treten, ganz aussteigen werde ich aber wohl nie.

Wie verbringt ein beschäftigter Mann wie Sie seine Freizeit?
Ich versuche immer wieder Tage einzuschieben, an denen ich abschalten kann und die ich mit meiner Familie verbringe. Wir unternehmen viele Kurzurlaube. Das hilft mir sehr, und solche privaten Momente gönne ich mir einfach.

Was ist das letzte, dass Sie vor dem Schlafengehen machen?
Ich diskutiere viel mit meiner Frau  Waltraud über den vergangenen Tag und die Zukunft. Da haben wir ja immer einiges zu bereden. Wir sind beide sehr beschäftigt. Und nach einem erfolgreichen Tag gönnen wir uns schon auch einmal eine Flasche Wein. Außerdem ist am Abend Zeit, die Zukunft zu planen.

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