Eine Initiative zweier Lavanttaler: Am 5. Mai gibt es wieder 200 Gratis-Stadtmöbel für Graz

GRAZ/LAVANTTAL. Ein Bankerl für jeden Bewohner der steirischen Landeshauptstadt Graz – das würde in Summe genau 280.000 Stück machen. Genau dieses Ziel hat sich eine Initiative aus dem Jakominiviertel gesteckt, die sich für konsumfreie Sitzmöglichkeiten in der Grazer Innenstadt einsetzt. Zwei der Initiatoren kommen aus dem Lavanttal. Wir haben mit Rainer Edler (am Bild links) und Gernot Pichler über das sympathische Projekt gesprochen, das aufgrund der verwendeten „Doka“-Schalungsplatten zudem für mehr Gelb in Graz sorgt. Diesen Samstag werden wieder 200 Gratis-Bankerl verteilt.

Eine Initiative zweier Lavanttaler: Am 5. Mai gibt es wieder 200 Gratis-Stadtmöbel für Graz

GRAZ. Derzeit heißt es in den meisten Städten – und so auch in Graz: Wer sitzen will, muss zahlen. Dementsprechend ist es ein verständlicher Wunsch, quer durch alle Generationen, dass es mehr Orte geben soll, an denen man sich ohne jeglichen Konsumzwang niederlassen und sitzen, schauen, lesen oder mit anderen sprechen kann. „Mit unseren Bankerln soll dieser Wunsch Schritt für Schritt Wirklichkeit werden“, beschreibt Rainer Edler, einer der Initiatoren der Gestaltungswerkstatt „Brauchst“, die Idee. Gemeinsam mit Gernot Pichler, dem zweiten Lavanttaler, mit dem Edler schon eine lange Freundschaft verbindet, wurde der robuste Prototyp entwickelt und im Vorjahr konnten die ersten 100 Bankerl gebaut und verschenkt werden. Neben „Brauchst“ wird die Initiative auch vom Architektur-Kollektiv „Studio Magic“, von „Human Cities“, dem Verein Jakominiviertel Graz und der Doka GmbH getragen. Der Ansturm auf die knallgelben, sympathischen und „tragbaren“ Bankerl, die bei einem Fest in der Jakoministraße verschenkt wurden, war jedenfalls enorm. Kein Wunder, denn nicht nur die Optik spricht für das Teil. Was war laut Edler und Pichler noch wichtig? „Neben einem einfachen und lässigen Design standen Robustheit und Funktionalität im Vordergrund. Auf dem Möbel ist Platz für zwei Personen und die Bank ist leicht zu transportieren – sie kann überall frei hingestellt oder an eine Hauswand gelehnt werden“, so die beiden Lavanttaler. Und das gesamte Kollektiv ergänzt: „Sobald die Tage wärmer werden, strömen alle Menschen ins Freie und erkaufen sich oftmals dasSitzrechtmiteinerMelangeim Straßencafé. Kostenlose Sitzmöglichkeiten sind rar, und gerade deswegen sollten wir ein Loblied auf das klassische Bankerl in Städten und ihren angehörigen Parks singen. Unser Bankerl ist wie geschaffen zum Essen, Weinen, Schauen, Schlafen, Turnen, Küssen, Streiten, Schweigen ...“ Für heuer wurden mit den vier Mitstreitern und weiteren Helfern 200 Stück der Sitzgelegenheiten getischlert bzw. vormontiert – als Geschenk für alle Grazer, die rechtzeitig zum Bankerl-Fest diesen Samstag kommen, wo die 200 gelben Stadtmöbel verschenkt werden – ganz getreu dem Motto „Nimm Platz! 280.000 Bankerl für Graz“. Eine Fortsetzung ist auf jeden Fall geplant, wie Rainer Edler bestätigt: „Es sollen weiterhin bei jährlichen Veranstaltungen im Jakominiviertel die Bankerl an Interessierte ver- geben werden. Ziel dieser Initiative ist es, mehr konsumfreie Sitzmög- lichkeiten im öffentlichen Raum zu ermöglichen. Wir fordern alle Grazer dazu auf, sich im öffentli- chen Raum mit ihren Bankerln nie- derzulassen, zu verweilen und zu genießen.“

 

Das Fest am 5. Mai

Zum heurigen Fest sind selbstverständlich auch alle Nicht-Grazer herzlich eingeladen – die Bankerl sollen aber doch bevorzugt das Jakominiviertel weiter behübschen und bequemer machen.

Das Bankerl-Fest findet am Samstag, dem 5. Mai (bei Regenwetter ist der Ersatztermin der 12. Mai), zwischen 14 und 19 Uhr in der Ja- koministraße 9 in Graz statt. Und wer es nicht glaubt: Die knallgel- beSitzgelegenheithatsogareineei- gene Homepage – unter www.ban- kerl.com kann man alles Wissenswerte über das Projekt und seine Macher nachlesen.