Das Lavanttal ISTmobil

Am 16. April geht es in vier Gemeinden des Lavanttals mit dem Projekt „Lavanttal ISTmobil“ los. Dabei handelt es sich um eine Verkehrslösung, die Bewohner, die über keinen eigenen Pkw oder Anbindung zum ö entlichen Verkehrsnetz verfügen, mobiler machen soll.

Das Lavanttal ISTmobil

WOLFSBERG. Vor allem in ländlichen Randgebieten ist es für Menschen ohne Pkw schwierig, Alltagserledigungen wie Einkäufe, Behördenbesuche, Arztbesuche, usw. zu organisieren. Durch das Einstellen von immer mehr Buslinien wurde es für die Bevölkerung außerhalb der Stadt- und Ortszentren immer schwieriger, ihre täglichen Geschäfte zu erledigen. Aus diesem Grund sind die Gemeinden Wolfsberg, Frantschach, St. Andrä und St. Paul im Vorjahr eine Kooperation mit der steirischen Gesellschaft ISTmobil eingegangen. ISTMobil bietet Verkehrslösungen für ländliche Regionen an und wurde vor fünf Jahren von Alexander Stiasny gegründet. Mit dem Start in Wolfsberg gibt es österreichweit vier ISTmobil-Projekte.

 

Wie funktioniert ISTmobil?

ISTmobil ist fahrplan- und linienunabhängig und ermöglicht eine na- hezu flächendeckende Mobilität. In den vier teilnehmenden Lavanttaler Gemeinden gibt es 477 Haltepunkte, an denen sich Personen von den ISTmobil-Taxis – diese werden von den heimischen Taxiunternehmen betrieben – abholen lassen können. Der Fahrdienst kann per Telefon oder App – bis zu einer Woche im Vorhinein, jedoch mindestens 60 Minuten vor Abfahrt – bestellt werden. Dabei nennt der Fahrgast den Haltepunkt, bei dem er abgeholt werden will und das Fahrziel. Danach werden dem Kunden die beste Verkehrslösung samt Tarif mitgeteilt. Die Betriebszeiten sind von Montag bis Freitag von 6 bis 19 Uhr und Samstag von 6 bis 14 Uhr. Eine Bündelung der Fahrt mit anderen Personen ist möglich, ebenso wie die Abholung von zu Hause für Personen mit Beeinträchtigungen. Krankentransporte sind allerdings nicht vorgesehen. Die Kosten für die Fahrten richten sich nach dem Preis eines Fahrscheines im öffentlichen Verkehr. Zusätzlich ist ein Komfortzuschlag von drei Euro zu bezahlen. Der billigste ISTmobil-Tarif liegt also bei 4,80 Euro. Besitzer von Zeitkarten des Verkehrsverbunds zahlen lediglich den Komfortzuschlag. Kinder unter sechs Jahren fahren gratis, müssen aber von einer Person begleitet werden. Eine kostenlose mobilCard bietet den Kunden zudem bargeldlose Bezahlung mit monatlicher Abrechnung, Online-Kundenzugang, Fahrtenübersicht uvm.

 

Ergänzung, nicht Ersatz

„Wir wollen eine flächendeckende Mobilitätsversorgung für das Lavanttal. Darauf haben wir reagiert. Wie bieten unser Angebot dort an, wo Buslinien zurückgenommen wurden und binden Ortszentren, aber auch Haltestellen des öffentlichen Verkehrs an. Wichtig ist uns die Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Das Sammeltaxi ist als Ergänzung und Zubringer gedacht, um Buslinien nutzen zu können. Wir wollen nicht, dass die bestehenden Linien auch noch gestrichen werden“, sagt Projektleiterin Doris Hahn von ISTmobil.

 

Von Gemeinden gefördert

Die vier Gemeinden fördern das Projekt mit 117.000 Euro pro Jahr. Für drei Jahre ist es ausfinanziert. „In Wolfsberg läuft im Herbst der Vertrag mit dem Citybus aus. Mit ISTmobil müssen wir nun schauen, ob wir den Citybus überhaupt noch benötigen“, meinte der Wolfsberger Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz und der St. Andräer Bürgermeister Peter Stauber fügt hinzu: „Wir waren von der Schließung von Buslinien stark betroffen. Nun haben wir eine Möglichkeit, auch die Leute aus den ländlichen Gegenden oder vom Berg wieder mobiler zu machen.“ Und auch Bürgermeister Günther Vallant zeigt sich erfreut: „Auch in Frantschach wurden Buslinien eingestellt, wir hatten damit kein Angebot mehr für die Bevölkerung. Nun haben wir mit ISTmobil ein gutes, angepasstes und flexibles System.“ Ähnlich sieht es Bürgermeister Hermann Primus aus St. Paul: „Wir sind ein ländliches Gebiet, der Postbus ins Granitztal wurde eingestellt. Mit ISTmobil haben wir nun eine neue Transportmöglichkeit ins Granitztal.“