BFI St. Stefan: „Abwerben erwünscht“Ausgabe | Mittwoch, 28. März 2018

Lehrlingsausbildung für die Lehrberufe Maschinenbautechniker, Stahlbau, Metallbau- und Blechtechnik sowie Zerspanungstechni.k

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ST. STEFAN. Das Berufsförderungsinstitut (BFI) ist eine Ausund Weiterbildungseinrichtung die aus einem Dachverband, dem BFI Österreich, und neun selbständigen Landesorganisationen, die als gemeinnützige Vereine oder Gesellschaften mit beschränkter Haftung geführt werden, besteht. Angeboten werden umfassende Aus- und Weiterbildungen, wie zum Beispiel Firmenschulungen, Arbeitsmarktschulungen oder Lehrlingsausbildung. Im Bildungszentrum in St. Stefan ist eine zwischenbetriebliche Lehrwerkstätte eingerichtet, in der die Lehrlingsausbildung für die Lehrberufe Maschinenbautechniker, Stahlbau, Metallbau- und Blechtechnik sowie Zerspanungstechnik erfolgt. Darüber hinaus werden Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Technik, Transport, EDV, Sprachen und Berufsorientierung angeboten sowie eine Werkmeisterschule für die Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik. Jugendliche, die keine Lehrstelle finden können, werden vom AMS dem BFI zugewiesen, damit sie dort eine entsprechende Ausbildung bekommen und einen Lehrberuf erlernen bzw. ihre Lehre abschließen können. 

Grundkompetenzen stärken „Uns wird von den Unternehmen immer wieder zugetragen, dass bei Jugendlichen, die sich bei ihnen bewerben, Grundkompetenzen wie Schreiben oder Rechnen fehlen bzw. sehr mangelhaft sind. Daher gibt es vom AMS, aber auch beim BFI entsprechende Lehrgänge“, erzählt AMS-Regionalstellenleiter Klaus Leopold und Rene Regenfeldner, der Leiter der Lehrwerkstätte in St. Stefan fügt hinzu: „Der Fokus liegt zwar in der fachlichen Ausbildung, aber wir merken, dass immer mehr Jugendliche mit massiven Defiziten aus der Grundschule zu uns kommen. Und diese Jugendlichen müssen wir dann erst auf ein entsprechendes Niveau bringen.“ Aber nicht nur bei Grundkenntnissen gibt es Mängel, auch im sozialen Bereich ist Unterstützung notwendig. Daher gibt es am BFI in St. Stefan auch Sozialpädagogen, welche die Jugendlichen für 20 Stunden die Woche betreuen und mit ihnen Bewerbungs-, Motivations-, Knigge-Trainings uvm. absolvieren. „Grundsätzlich gehen wir individuell auf den Stand der Jugendlichen ein. Unterschiedliche Leistungsniveaus werden in verschiedenen Gruppen modular gefördert“, so Regenfeldner.

Hohe Erfolgsquote Insgesamt stehen am BFI in St. Stefan 35 Kursplätze zur Verfügung. Im aktuellen Jahr werden 33 Lehrlinge ausgebildet. Die Lehrlinge können direkt vom BFI – auch während der Lehrzeit – abgeworben und in Unternehmen weiter ausgebildet werden. „Hier ist das Abwerben sogar erwünscht“, so Leopold. Im Ausbildungsjahr 2016/17 konnten so 25 Lehrlinge vermittelt werden, sieben haben ihre Lehrzeit am BFI erfolgreich beendet und die Lehrabschlussprüfung abgelegt. „Wir haben eine sehr gute Quote beim Ausbildungs- und Ermittlungserfolg. Mit einer Erfolgsquote von rund 70 Prozent sind wir österreichweit Spitzenreiter“, so Leopold. Unternehmer haben die Möglichkeit, jederzeit zum BFI zu kommen und sich die Jugendlichen anzuschauen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass Lehrlinge gezielt nach den Bedürfnissen der einzelnen Firmen ausgebildet werden. Auch Unternehmer gefordert „Es gibt immer weniger Interessenten für bestimmte Berufe, daher sind die Unternehmer gefragt ihre Betriebe und die Berufsfelder zu bewerben, damit sich die Jugendlichen wieder dafür interessieren. Im Lavanttal gibt es zahlreiche ausgezeichnete Unternehmen im Metallund Holzbereich, die ständig auf der Suche nach Mitarbeitern sind“, meint Bernhard Huber, AMS-Abteilungsleiter und Leopold fügt hinzu: „Wir haben derzeit 231 offene Stellen im Metallbereich gemeldet – 102 davon mit Arbeitsort Lavanttal und 129 mit überregionalen Arbeitsorten bzw. österreichweit.“ In den vergangenen Jahren stieg der Anteil von Frauen in technischen Berufen stetig an. Derzeit liegt der Mädchenanteil am BFI in St. Stefan bei rund 25 Prozent. „Viele Betriebe scheuen sich noch immer, Mädchen einzustellen. Oft liegt das aber nicht daran, dass sie an deren Fähigkeiten zweifeln, sondern an der fehlen Infrastruktur im Unternehmen. Von den Fähigkeiten und vom Engagement stehen Mädchen Jungs nichts nach.“, so Regenfeldner.

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