»Drahtseilakt« am Wolfsberger Himmel

Monteure tauschten Fliegerwarnkugeln an den Stromleitungen aus – während sie unter einem Helikopterbaumelten.

Gänsehaut garantiert: Halsbrecherische Szenen am Himmel über Wolfsberg

Unter einem Helikopter hängend, tauschten zwei Monteure sogenannte Fliegerwarnkugeln an den 220-kV-Stromleitungen aus. Nichts für schwache Nerven! Im September wird dafür die Autobahn gesperrt. 

Wolfsberg. Laaangsam, ganz sachte nähert sich der Helikopter der 220-kV-Leitung.  An einem Seil unter der Maschine pendeln zwei Männer. Eine falsche Bewegung des Steuerknüppels – und mit den Beiden ist es vorbei. Am Himmel über Wolfsberg spielten sich in den vergange-nen Tagen Szenen ab, die den Be-obachtern Schauer über den Rü-cken jagten. Die Austrian Power Grid (APG), Betreiber des überregio-nalen österreichischen Strom-netzes, ließ die an den Hochspan-nungsleitungen befestigten Flie-gerwarnkugeln austauschen. Wie der Name schon sagt, dienen die roten Bälle dazu, dass die Strom-leitungen von Piloten nicht über-sehen werden. »Zwischen dem Umspannwerk Hessenberg in der Steiermark und dem in Obersie-lach in Völkermarkt waren die im Jahr 2006 angebrachten Kugeln mittlerweile ausgebleicht. Rund 220 Stück mussten getauscht wer-den«, sagt APG-Sprecherin Mara Schwarz-Mitrovic.

Fliegerischer Drahtseilakt Was sie in dürren Worten be-schreibt, war tatsächlich eine hals-brecherische Aktion. Zwei Männer in einer Tragevorrichtung wurden vom Hubschrauber zu den strom-führenden Leitungen in rund 30 Metern Höhe geflogen. Dort muss-te der Pilot die Maschine minu-tenlang bewegungslos in der Luft halten, während die Männer mit sichtlicher Anstrengung die blei-chen Kugeln abschraubten und neue, leuchtend rote anbrachten. Dann zog der Helikopter hoch und flog die nächste Kugel an.

Aufmunitioniert Da die Monteure nur wenige Ku-geln in der Tragevorrichtung mit-führen konnten, musste immer wieder der »Stützpunkt« – am ver-gangenen Mittwoch ein Feld im Wolfsberger Ortsteil Oberleiden-berg – angeflogen werden. Dort die selben Szenen: Der Hubschrau-ber schwebt regungslos, die  Mon-teure werden »aufmunitioniert« – und wieder geht es ab in schwin-delerregende Höhen. Seit Freitag sind die Arbeiten fürs Erste beendet. Die Fortset-zung folgt Mitte September: Um weitere Fliegerwarnkugel zu er-setzen, werden die Autobahn bei Völkermarkt-Ost und die Bundes-straße bei Bad St. Leonhard kurz-zeitig gesperrt. Danach herrscht für viele Jahre Ruhe. Schwarz-Mit-rovic: »Die neuen Kugel sind mit Aluminium pulverbeschichtet, wovon wir eine längere Haltbar-keit erwarten .«