»Drahtseilakt« am Wolfsberger HimmelAusgabe | Mittwoch, 15. August 2018

Monteure tauschten Fliegerwarnkugeln an den Stromleitungen aus – während sie unter einem Helikopterbaumelten.

E-Mail

1734Kommentare

Meist gelesen

Artikel

Unter einem Helikopter hängend, tauschten zwei Monteure sogenannte Fliegerwarnkugeln an den 220-kV-Stromleitungen aus. Nichts für schwache Nerven! Im September wird dafür die Autobahn gesperrt. 

Wolfsberg. Laaangsam, ganz sachte nähert sich der Helikopter der 220-kV-Leitung.  An einem Seil unter der Maschine pendeln zwei Männer. Eine falsche Bewegung des Steuerknüppels – und mit den Beiden ist es vorbei. Am Himmel über Wolfsberg spielten sich in den vergange-nen Tagen Szenen ab, die den Be-obachtern Schauer über den Rü-cken jagten. Die Austrian Power Grid (APG), Betreiber des überregio-nalen österreichischen Strom-netzes, ließ die an den Hochspan-nungsleitungen befestigten Flie-gerwarnkugeln austauschen. Wie der Name schon sagt, dienen die roten Bälle dazu, dass die Strom-leitungen von Piloten nicht über-sehen werden. »Zwischen dem Umspannwerk Hessenberg in der Steiermark und dem in Obersie-lach in Völkermarkt waren die im Jahr 2006 angebrachten Kugeln mittlerweile ausgebleicht. Rund 220 Stück mussten getauscht wer-den«, sagt APG-Sprecherin Mara Schwarz-Mitrovic.

Fliegerischer Drahtseilakt Was sie in dürren Worten be-schreibt, war tatsächlich eine hals-brecherische Aktion. Zwei Männer in einer Tragevorrichtung wurden vom Hubschrauber zu den strom-führenden Leitungen in rund 30 Metern Höhe geflogen. Dort muss-te der Pilot die Maschine minu-tenlang bewegungslos in der Luft halten, während die Männer mit sichtlicher Anstrengung die blei-chen Kugeln abschraubten und neue, leuchtend rote anbrachten. Dann zog der Helikopter hoch und flog die nächste Kugel an.

Aufmunitioniert Da die Monteure nur wenige Ku-geln in der Tragevorrichtung mit-führen konnten, musste immer wieder der »Stützpunkt« – am ver-gangenen Mittwoch ein Feld im Wolfsberger Ortsteil Oberleiden-berg – angeflogen werden. Dort die selben Szenen: Der Hubschrau-ber schwebt regungslos, die  Mon-teure werden »aufmunitioniert« – und wieder geht es ab in schwin-delerregende Höhen. Seit Freitag sind die Arbeiten fürs Erste beendet. Die Fortset-zung folgt Mitte September: Um weitere Fliegerwarnkugel zu er-setzen, werden die Autobahn bei Völkermarkt-Ost und die Bundes-straße bei Bad St. Leonhard kurz-zeitig gesperrt. Danach herrscht für viele Jahre Ruhe. Schwarz-Mit-rovic: »Die neuen Kugel sind mit Aluminium pulverbeschichtet, wovon wir eine längere Haltbar-keit erwarten .«

0 Kommentare Kommentieren

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden. Ihr Kommentar erscheint, sobald er gesichtet wurde.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentierenAnmeldenHier Registrieren