Peter Stauber: »Ich will nicht, dass sie mich mit dem Rollstuhl rausschieben«

Welcher Bürgermeister tritt bei der nächsten Wahl wieder an. Stauber, Maier und Kogler hören auf, Schlagholz, Markut, Ruthardt und Primus überlegen. Vallant und Führer machen weiter.

Peter Stauber: »Ich will nicht, dass sie mich mit dem Rollstuhl rausschieben«

LAVANTTAL Ein Großteil der La-vanttaler Bürgermeister wäre bei den Gemeinderatswahlen 2021 deutlich über 60 Jahre alt.  Die Unterkärntner Nachrichten woll-ten wissen, wer aufhört und wer noch ein paar Jahre anhängt. Für Simon Maier (Bad St. Leonhard), Franz Kogler (Preitenegg) und Pe-ter Stauber ist nach dieser Perio-de endgültig Schluss. »Ich bin 66 Jahre alt und will nicht, dass sie mich mit dem Rollstuhl aus dem Gemeindeamt rollen«, erklärt Stauber und erläutert weiter: »Ich habe in meinem Leben auch noch etwas Anderes vor.« 

Einmal muss Schluss sein Noch ist er mit vollem Enthusi-asmus dabei: »Es macht mir noch immer Spaß, es ist schön, Dinge umsetzen zu können und gleich die Rückmeldungen zu bekom-men, aber irgendwann muss Schluss sein«, erzählt er. Auch für Franz Kogler ist klar, dass er nicht mehr für das Bürgermeisteramt kandidieren wird: »Ich bin bald 65 und möchte das Amt in jüngere Hände legen. Es ist vielleicht nicht schlecht, wenn jemand mit neuen Ideen kommt und einen frischen Wind reinbringt.« 

Wie Häupl und Pröll Simon Maier erklärt seinen Rück-tritt mit einem Augenzwinkern: »Der Wiener Bürgermeister Mi-chael Häupl und der niederöster-reichische Landeshauptmann Er-win Pröll haben nach 24 Dienst-jahren aufgehört, bei mir sind es 2021 auch 24 und ich möchte es gleich machen wie sie.« Das sein Abgang ein Loch reißen würde glaubt er nicht: »Wir haben quer durch alle Fraktionen gute Leute, die das machen könnten.« Hermann Primus (St. Paul) kann sich allerdings nicht vorstellen, dass Maier zurücktritt: »Die Par-tei wird sicher versuchen, ihn zu überreden, dass er bleibt.« Primus selbst ist mit 67 Jahren der älteste Bürgermeister des Tales und auch der längstdienende. Ob er noch einmal kandidiert will er erst ent-scheiden: »Ich wollte eigentlich nicht mehr antreten, aber mei-ne Frau ist vor zwei Jahren über-raschend gestorben. Deshalb fal-len bei mir familiäre Gründe fürs Aufhören weg.«  Einfluss auf seine Entscheidung werden seine eige-ne Gesundheit und die Nachfol-ger-Frage haben.

Voll im Saft Ebenfalls noch am Überlegen, was eine weitere Kandidatur betrifft,  ist Karl Markut (St. Georgen).  »Ich kann mir zum derzeitigen Zeit-punkt nicht vorstellen, gar nichts mehr zu machen.« Sollte er sich für einen Rückzug entscheiden, gäbe es laut ihm einige geeignete Nach-folger; »Unsere Liste ist da breit aufgestellt.« Laut Gerüchteküche soll auch der Wolfsberger Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz  2021 aus seinem Amt ausscheiden. Er meint dazu: »Ich habe mich noch nicht entschieden. Aber ich bin noch voll im Saft, übe das Amt noch im-mer gerne aus. Ich schau mir einmal das nächste Jahr an und dann überlege ich mir, wie es weiter geht. Die Zeit drängt ja nicht.« Da-nach liefert er noch eine lustige Erklärung die für einen Verbleib spricht: »Jetzt kenne ich endlich alle Beamten mit Vor- und Nach-nahmen, da kann ich eigentlich nicht aufhören.«  Josef Ruthardt (Lavamünd) will die Entscheidung erst ein Jahr vor der Wahl treffen. »Wenn ich keine gesundheitlichen Probleme habe, kann es sein, dass ich bleibe.« 

Wiederkandidatur Gemeinsam mit seinem Kollegen Günther Vallant (Frantschach-St Gertraud) gehört der Reichenfel-ser Bürgermeister Manfred Füh-rer zu den jüngeren Gemeinde-oberhäuptern im Tal. Für ihn hat sich die Frage einer Wiederkandi-datur bis jetzt noch nicht gestellt, aber er meint: »Es spricht eigent-lich nichts dagegen.« Ähnlich ar-gumentiert auch Vallant, (»der außer es passiert etwas Unvor-sehbares«) ebenfalls wieder antre-ten möchte.