Nadine Leopold

Der Lavanttaler Modelexport Nadine Leopold lief für »Victoria‘s Secret« und zierte die Titelseiten der renommiertesten Modezeitschriften. Im Interview mit den Unterkärntner Nachrichten spricht die 24-Jährige über Geduld, Disziplin, Ehrgeiz, Druck, Geld, Schönheit und warum es sie immer wieder in ihre Kärntner Heimat zurückzieht.

»Der Beruf ist stressig und der Konkurrenzkampf und Essstörungen sind Alltag«

Wer für  »Victoria‘s Secret« über den Laufsteg stolzieren darf, der hat es geschafft. Das Lavanttaler Topmodel Nadine Leopold gehört seit 2017 zu dem erlauchten Kreis in ihrer Branche, die in den Modelhimmel aufgestiegen sind. Ihre Karriere begann nicht bei irgendwelchen Misswahlen oder Fernsehcastings, sondern auf der Straße. Dort sprach sie ein Modelscout der Agentur »Wiener Topmodel« an. Sie war neugierig und ging hin, weil sie es schon immer im Kopf hatte, Model zu werden. So richtig ins Laufen kam Nadines Karriere 2011. Fotograf Michael Dürr setzte die Lavanttalerin für die große Sommerkampagne von Ö 3 stylish in Szene. Auf hunderten Plakatwänden war die bildhübsche Kärntnerin zu sehen. Von da an ging es Schlag auf Schlag. Sie lief unter anderem für Designer Philipp Plein, war am Cover der »Elle« und »Glamour«. Den Unterkärntner Nachrichten stand Nadine Rede und Antwort.

Sie waren auf den Titelblättern renommierter Modezeitschriften, sind im Vorjahr für »Victoria`s Secret« über den Laufsteg gelaufen, was kann jetzt noch kommen?

Gerade in der Modebranche gibt es keine Grenzen. Es gibt immer wieder neue coole Jobs oder Fotografen, mit denen man arbeiten möchte. Es gibt also noch  genug Herausforderungen und auch Dinge, die ich machen möchte oder die mich reizen.

Was braucht man, um im Model-Business über einen längeren Zeitraum erfolgreich sein zu können?

Um im Model Business erfolgreich zu bleiben sind drei Dinge von ganz entscheidender Bedeutung.  Man braucht viel Disziplin, Geduld und Ehrgeiz.

Obwohl Sie erst 24 Jahre alt sind, sind Sie schon relativ lange im Geschäft, wie stressig ist der Beruf wirklich?

Ich kann nur eines verraten, der Modelalltag ist mega stressig. Fast jeden zweiten Tag sitzt man im Flugzeug und ist unterwegs zum nächsten Job oder Event. Es gibt eigentlich kaum ruhigere Tage.

Die meisten Models haben ein Ablaufdatum – haben Sie manchmal Zukunftsängste oder haben Sie eh schon ausgesorgt?

In unserer Branche ist man sehr schnell austauschbar. Außerdem ändert sich jedes Jahr die Vorstellung, wie ein perfektes Model aussehen sollte. Wenn man sich da hineinsteigert, ist man verloren.

Sie haben mit 17 das BORG in Wolfsberg abgebrochen, würden Sie das aus heutiger Sicht wieder machen?

Ich würde mir vielleicht mehr Zeit lassen, etwas später mit dem Modeln beginnen. Mit 15 Jahren schon so viel allein zu sein, ist hart.

Sie haben, als ihre Freundinnen noch Taschengeld bekamen, schon viel verdient – wie gingen Sie mit Geld um?

Dank der Hilfe meiner Eltern hatte ich nie Probleme damit, mit Geld richtig umzugehen. Die Vorgaben waren ganz einfach: Solange ich meine Rechnungen zahlen und immer die Hälfte auf ein Sparkonto legen konnte, durfte ich mit dem Rest machen, was ich wollte.

Die Branche wird landläufig mit Essstörungen, Konkurrenzkampf, Drogen verbunden – was trifft zu?

Man muss sagen, dass die landläufige Meinung in diesen Bereichen nicht so falsch liegt. Der Konkurrenzkampf und Essstörungen sind leider Alltag in meiner Branche, da kann man nichts beschönigen. Das rührt auch daher, dass man andauernd einem irrsinnig hohen Druck ausgesetzt wird und man in unserer Branche sehr schnell austauschbar ist.

Hatten Sie nie Zweifel?

Ja, man fragt sich, ist es das alles wert. Als ich den Vertrag bei »Victoria‘s Secret« unterzeichnet habe, wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Wann ist eine Frau oder ein Mann für sie »schön«?

Ein Mann oder eine Frau ist für mich schön wenn  er oder sie ein gesundes Selbstbewusstsein hat und freundlich ist. Ein strahlendes Lächeln ist das  »A« und  »O« für mich.

Sie kommen aus dem Lavanttal, leben in New York und haben in den verschiedensten Metropolen der Welt gearbeitet - was ist vom »Mädchen vom Land« noch übrig?

Egal wie viel ich gereist bin und reise und egal wie viel ich von der Welt sehe, Österreich wird immer meine Heimat und der Ort bleiben, an dem ich am liebsten meine Urlaube verbringe.

Warum zieht es Sie immer wieder in ihre Heimat zurück?

Ich liebe die Ruhe, die Berge und die Seen, da gibt es für mich nichts Schöneres.