Die führende HolzverarbeitungAusgabe | Mittwoch, 1. August 2018

Wie passen traditionelle und seit über 160 Jahren betriebene Holzverarbeitung und modernste Technologie zusammen? Offenbar besser, als man glauben würde. »Wir haben Industrie 4.0 in unserem Betrieb zu 100 Prozent umgesetzt«, sagen Johann Weinberger sen. und Johann Alfred Weinberger von der Weinberger-Holz GmbH in Reichenfels im Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten.

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WOLFSBERG. Viele Dinge sind es, die den Menschen mit der in unserer Region seit Generationen als »Brotbaum« bezeichneten Fichte verbinden. Der schönste Ausdruck der Verbindung ist vielleicht, dass die durchschnittliche Lebenserwartung des Menschen von 80 Jahren auch ziemlich genau der Umtriebszeit des Baumes entspricht. Über 160 Jahre oder »zwei Fichtengenerationen« ist es mittlerweile auch her, als die Weinbergers begonnen haben, sich mit Liebe und Herzblut für Holzwirtschaft zu interessieren und mit laufend vertiefter Wertschöpfung Baumaterial aus Holz zu produzieren. Heute arbeiten mit Johann Weinberger sen. und Johann Alfred Weinberger bereits die 5. und 6. Generation im Familienbetrieb, mit einem Standort in Reichenfels und einem Werk in Abtenau (Salzburg).

Exportquote? 95 Prozent!

Das Rohmaterial – 150.000 Kubikmeter Schnittholz werden pro Jahr verarbeitet – wird aus Kärnten und der Steiermark bezogen und daraus werden Brettschichtholz und Blockhausbohlen in höchster Qualität erzeugt. »Wir liefern Holzträger für Einfamilienhäuser und für Industriebauten. Zu 95 Prozent gehen unsere Produkte in den Export – vor allem nach Italien und Frankreich, aber auch nach Spanien, Portugal, nach Deutschland und in die Schweiz«, erzählt Johann Weinberger sen.

Alleinstellungsmerkmal

Der Firmenchef verweist mit Stolz auf einen Erfolgsfaktor: »Wir sind die Einzigen in Europa, die Konstruktionsholz herstellen in der Qualität einer setzungsfreien Blockhausbohle. Für dieses mit der Holzforschung Austria gemeinsam durchgeführte Forschungsprojekt haben wir 2013 den ACR-Kooperationspreises verliehen bekommen.«  13 Sattelschlepper verlassen im Schnitt pro Tag die beiden Werke in Richtung Endkunden – das sind Holzgroßhandlungen sowie große Zimmereibetriebe.

Handwerk und Industrie 4.0

Die Mitarbeiter im Reichenfelser Werk kommen großteils aus der näheren Umgebung. Johann Weinberger sen.: »Überwiegend sind keine großen Vorkenntnisse nötig, um bei uns zu arbeiten. Die Heranführung an den jeweiligen Arbeitsplatz erfolgt jedoch sehr sorgsam.« Aber erfordert der Umgang mit Holz nicht ein gewisses handwerkliches Geschick? Weinberger winkt ab: »Wir haben reine Industrie- bzw. Maschinenarbeitsplätze, die auch für Quereinsteiger geeignet sind.« Eine weitere Nachfrage bringt uns zum Schlagwort »Industrie 4.0«.

Laser, Röntgen und Kameras

»Wir haben diesen Industriestandard im Betrieb schon 2008 eingeführt und komplett durchgesetzt. Herzstück ist ein Leitrechner, der mit allen Daten zu den Anforderungen des Endprodukts gefüttert ist. Die Holzsortierung erfolgt auf dem letzten Stand der Technik – es dauert pro Holzstück 2 Sekunden, um es per Laser und Röntgen zu scannen und von allen Seiten Fotos mit 12 hochauflösenden Kameras zu machen«, erzählt der Firmenchef. Der Naturstoff Holz wird dabei bestmöglich verwertet und man behalte auch die Biologie im Auge. Weinberger: »Wir werden im Betrieb den höchsten biologischen Ansprüchen gerecht – unter anderem mit einem völlig unbedenklichen Klebstoff, was für das Produkt und auch für die Mitarbeiter wichtig ist. Zudem haben wir eine weitgehend staubfreie Produktion.«

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