Jetzt greift die Gemeinde ein

Weil die Pflanze bei unsachgemäßem Umgang schwere Verletzungen verursachen kann, ließen viele Grundeigner lieber die Finger von ihr. In Frantschach-St. Gertraud soll jetzt die Feuerwehr ran.

Der Bärenklau sprießt wieder

Frantschach-St. Gertraud. Es ist wieder soweit. Der Riesen-Bärenklau, auch Herkuleskraut, genannt, streckt ihre Blüten hoch in den Himmel. Da die Pflanze, die nur alle zwei Jahre blüht, hochgiftig ist und Berührungen zu schwersten Verletzungen führen können, will sich die Gemeinde Frantschach-St. Gertraud jetzt des Problems annehmen. Der neue Amtsleiter Roland Kleinszig: »Wir werden uns ansehen, in welchem Ausmaß sich die Pflanze verbreitet und welche Maßnahmen wir dagegen setzen können. Nach Absprache mit allen Beteiligten soll unsere Feuerwehr - mit angelegtem Atemschutz - die Pflanzen beseitigen.« Bisher war es so, dass Grundeigentümer, bei denen der Riesen-Bärenklau gut gedieh, aufgefordert wurden, ihn  zu beseitigen. Wer das auf eigene Faust und ohne Schutzmaßnahmen versuchte, erlebte sein blaues Wunder. Denn die Pflanze bildet so genannte »photosensibilisierende« Substanzen. Wer sie berührt und seine Haut gleichzeitig dem Sonnenlicht aussetzt, dem blühen große Blasen, die in schlimmen Fällen Verbrennungen dritten Grades gleichzusetzen sind. Experten empfehlen, beim Umgang mit dem Riesen-Bärenklau vollständige Schutzkleidung zu tragen, inklusive eines Gesichtsschutzes. Diese Ausrüstung findet sich aber in den seltensten Fällen im Küchenschrank. Betroffene Grundbesitzer ließen daher oft lieber die Finger von der Pflanze - die üppig immer weiter wuchs.

Nur nach Absprache

Kleinszig will jetzt die Feuerwehr ins Boot holen. Er sagt aber auch: »Selbstverständlich muss der Einsatz vorher mit den Grundeignern abgesprochen werden.« Denn aufzwingen will die Gemeinde ihre Hilfe  niemandem. Gegen den Riesen-Bärenklau geht auch die Initiative »KLAR! Klimaparadies-Lavanttal« vor. Koordinator Stephan Stückler: »Wir wollen Informationsplakate erstellen, die der Bevölkerung helfen, Pflanzenarten zu erkennen und deren Gefahrenpotenzial abzuschätzen. Zudem werden im Rahmen von Vorträgen und Exkursionen - vor allem auch in Schulen - invasive Arten gezeigt und Bekämpfungsmaßnahmen vorgestellt.« Losgehen sollen die Maßnahmen im Frühjahr 2019. In Frantschach-St. Gertraud wächst die Pflanze derzeit besonders rege auf dem Feld gegenüber der Werkstatt Moitzi und der Lavant-Knauder-Weide am Limberg. Schuld an der »Einwanderung« der Pflanze aus dem Kaukasus sind wir übrigens selber. Sie wurde im 19. Jahrhundert als hübsche Gartenpflanze nach Europa gebracht.