Parkstrafen: Wolfsberg bleiben nur Peanuts

Strafmandate um 217.000 Euro wurden 2017 in der Stadt verteilt. Allerdings: Die Leistungen des ÖWD kosteten rund 190.000 Euro.

ÖWD kassiert eine Lawine, der Stadt Wolfsberg bleiben nur Peanuts

WOLFSBERG. Autofahrer betrachten sie als »natürliche Feinde«, die Stadtpolitik ist mit ihrer Arbeit hochzufrieden. Die Rede ist von den privaten Parkraumüberwachern der Firma »Österreichischer Wachdienst« (ÖWD), im Volksmund despektierlich »Parksheriffs« genannt. Im Rathaus hat man mit ihnen sogar so viel Freude, dass der seit 1992 bestehende Vertrag mit dem ÖWD jetzt bis 31. Dezember 2020 verlängert wurde. Verwundern darf es nicht, denn der Erfolg des Unternehmens kann sich sehen lassen. Wolfsberg verfügt über rund 800 Parkplätze, 532 davon sind gebührenpflichtig und werden überwacht. 2017 bezahlten die Autofahrer 50.336 Euro an Parkgebühren. Die Organverfügungen für Falschparken - 20 Euro pro Vergehen - schlugen dagegen mit stolzen 217.000 Euro zu Buche. »Die Einnahmen kommen übrigens dem Straßenbudget zugute«, heißt es aus dem Rathaus. Übersetzen könnte man diesen Satz so: Regt euch nicht auf, wir bauen euch eh bessere Straßen für eure Strafzettel.

Die Kosten

Freilich macht der ÖWD, der auch die Parkscheinautomaten betreut, seine Arbeit nicht gratis. »Das Entgelt für die Parkraumüberwachung errechnet sich auf Basis der tatsächlich geleisteten Überwachungsstunden und betrug im Jahr 2017 rund 190.000 Euro«, beauskunftet das Rathaus eine entsprechende Anfrage der Unterkärntner Nachrichten. Das bedeutet, der Stadt blieben im Vorjahr etwa 27.000 Euro aus den Parkstrafen - womit sich kein Boulevard, sondern höchstens eine Einfahrt asphaltieren lässt. Die gute Nachricht: Während in anderen Städten die gebührenpflichtigen Parkzonen regelmäßig ausgedehnt und Autofahrer zur Verzweiflung getrieben werden, gibt sich Wolfsberg mit dem augenblicklichen Stand zufrieden. »Eine Ausweitung der gebührenpflichtigen Stellplätze ist derzeit nicht geplant«, heißt es aus dem Rathaus. Die Parkraumbewirtschaftung war Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Da der Vertrag mit dem ÖWD Ende des Jahres ausläuft, wurde die Frage erörtert, wie es weitergehen soll. Möglich gewesen wäre eine Verlängerung für weitere fünf Jahre, also bis 31. Dezember 2023. VP-Stadtrat Josef Steinkellner betonte die Zufriedenheit der Stadtregierung und plädierte für eine Fortführung der Zusammenarbeit mit dem ÖWD. Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SP) stimmte dem grundsätzlich zu, schlug aber eine Verkürzung der Laufzeit bis Ende 2020 vor. Seine Begründung: Man solle dem nächsten Gemeinderat, der 2021 gewählt wird, die Entscheidung darüber überlassen, wie es mit Wolfsberger Parkraumüberwachung weiter gehen und wer dafür verantwortlich sein soll. Damit waren alle Mandatare einverstanden.