Interessenten stehen Schlange

6.000 Quadratmeter um »deutlich mehr als eine Million Euro«: Das ist vom zugesperrten Wolfsberger Möbelhaus geblieben. Potenzielle Käufer sind vorhanden, jetzt geht es um den Preis und die Nutzung.

Die Zukunft des kika-Gebäudes

WOLFSBERG. Und was kommt jetzt? Diese Frage geistert durch die Köpfe von Politikern und Wirtschaftstreibenden, seit das Wolfsberger Möbelhaus kika am 30. Juni nach 31 Jahren seine Läden für immer dicht gemacht hat. Denn über eines sind sich alle einig: Ein leerstehendes Geschäftslokal dieser Größe, dessen Fassade mit der Zeit zu bröckeln beginnt, ist kein Renommee für die Bezirkshauptstadt. Die Sorgen scheinen unbegründet - derzeit. Denn im Hintergrund laufen schon Gespräche mit mehreren Kaufinteressen. »Es ist aber ein weiter Weg von der Verhandlung bis zum Verkauf«, dämpft Bernhard Constantin Bolesch allzu hohe Erwartungen. Der Geschäftsführer der in Klagenfurter ansässigen »Bolesch Immobilien GmbH« wurde von der kika/Leiner-Group mit der Veräußerung des 6.000 Quadratmeter großen Gebäudes in der Paul-Hackhofer-Straße beauftragt. Bolesch: »Die Interessenten haben natürlich Ideen, was sie mit dem Haus machen wollen. Zu hinterfragen ist aber immer: Lässt sich das umsetzen? Und sind sie bereit, die Preisvorstellung der kika/Leiner-Group zu erfüllen?« Über deren Höhe gibt der Immobilienmakler keine Auskunft, nennt aber die Ebene, in der sich das Objekt bewegt: »Deutlich über einer Million Euro.«

Wohl kein Möbelhaus

Dass abermals ein Möbelhaus einziehen wird, glaubt Bolesch nicht: »Ich kann es natürlich nicht ausschließen, denke aber, als Handelsstandort dieser Kategorie ist die Paul-Hackhofer-Straße nicht optimal. Darin wird auch einer der Gründe für die kika-Schließung liegen. Es handelt sich um eine klassische Wohngegend mit dem Krankenhaus daneben. Der XXXLutz will sich 2020 nicht ohne Grund auf der grünen Wiese ansiedeln. Ich denke, die kika-Fläche wird künftig gemischt genutzt werden, Büros, Gewerbe.« Für diese Zwecke ist das Gebäude laut Bolesch ideal: »Die Substanz ist ausgezeichnet, es handelt sich um einen massiven Betonbau. Damit lässt sich viel anfangen.« Wer dabei sein will, ist herzlich eingeladen, sich bei Bolesch zu melden. Eine weitere Nutzungsidee hat der frühere Wolfsberger kika-Geschäftsführer Harald Kugi. »Durch die Nähe zum Krankenhaus wäre das Gebäude für betreutes Wohnen gut geeignet«, sagt er. »Die Frage ist natürlich, ob jemand das Geld, das für den Umbau erforderlich wäre, in die Hand nimmt.« Auch Kugi glaubt nicht, dass sich abermals ein Möbelhaus in der Paul-Hackhofer-Straße ansiedeln wird.

Neuer Job

Der frühere Geschäftsführer, der in einem Interview im März meinte, die Ankündigung der geplanten Ansiedlung des Möbelhauses XXXLutz habe den Ausschlag für die kika-Schließung gegeben, ist mittlerweile nicht mehr beim Unternehmen. »Ich bin ausgeschieden«, sagt Kugi, »und habe bereits eine neue Beschäftigung. Mein Arbeitsbeginn ist im Oktober.« Womit er künftig sein Geld verdienen wird,  verrät er den Unterkärntner Nachrichten nicht. Nur so viel: »Ich bin nicht mehr in der Möbelbranche.«