Daniel Fellner

Der Lavanttaler Daniel Fellner spricht im Interview mit den Unterkärntner Nachrichten über sein Elternhaus, seine ersten politischen Gehversuche, Landeshauptmann Peter Kaiser und erklärt, warum ihm Lösungen wichtiger sind als politische Lorbeeren.

»Vom Klassensprecher zum Landesrat«

Fühlen Sie sich schon angesprochen, wenn jemand Herr Landesrat ruft?

Daniel Fellner: Es ist natürlich noch etwas ungewohnt, als Herr Landesrat angesprochen zu werden. Meine erste Antwort darauf ist meistens, ich bin der Daniel.

Was hat Sie bewogen, Politiker zu werden?

In meiner Familie wurde schon immer politisiert. Als ich in der Schule dann Klassensprecher wurde und meine ersten »Kämpfe« gegen Ungerechtigkeiten bestritt, faszinierte es mich, dass man mit Politik etwas bewegen und zum Besseren gestalten kann.

Was ist das Schöne an der Politik und auf was könnten Sie verzichten?

Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu jammern - dieser Spruch symbolisiert eigentlich ganz gut meinen Antrieb, politisch tätig sein. Positiv gestalten zu können und auch Ergebnisse zu sehen, ist für mich das Schöne an der Politik. Verzichten möchte ich eigentlich auf nichts, da auch die negativen Seiten in der Politik ihren Grund haben und man viel daraus lernen bzw. auch für sich selbst mitnehmen kann.

Wann holt Sie Ihr Chauffeur ab und wann bringt er Sie wieder nach Hause?

Mein Tag als Landesrat startet meistens gegen 7 Uhr und endet je nach Termin zwischen 22 und 24 Uhr.

Sie sind verheiratet und haben drei Kinder. Wie sehr leidet das Familienleben unter der Politik?

Ich versuche, die Zeit, die ich mit meiner Familie habe, zu genießen. Die Politik ist meine Familie ja schon seit Beginn an gewohnt, somit können wir damit ganz gut umgehen.

Als Landesgeschäftsführer standen Sie nicht wie jetzt im öffentlichen Focus. Ist die Umstellung schwierig?

Es ist anders als vorher, aber nicht schwieriger. Ich war jahrelang Kommunalpolitiker in St. Andrä und bin es somit gewohnt,  erkannt und angesprochen zu werden. Wenn dies jemanden belastet, ist es schwierig, Politik mit dem Herzen zu betreiben.

Als Landesgeschäftsführer machten Sie Parteiarbeit, konnten politische Gegner attackieren, als  Landesrat stehen Sie im Dienste der Öffentlichkeit. Welche Aufgabe ist spannender?

Mir war auch als Landesgeschäftsführer eine konstruktive Politik wichtig. Natürlich war diese Arbeit parteibezogener und ich musste das eine oder andere Mal den politischen Mitbewerber auf unsere Position hinweisen, aber im Grunde waren mir immer schon Lösungen wichtiger als politische Lorbeeren.  Das spannende an der jetzigen Arbeit ist natürlich, dass ich viel schneller und direkter gestalten kann. Ich war mit meinem Herzen Landesgeschäftsführer und bin jetzt mit Herz Landesrat.

Peter Kaiser wird bald 60. Sie sind 41 Jahre alt, sind in der Partei fest verankert, haben Erfahrung als Gemeindepolitiker und sammeln sie jetzt als Landespolitiker. Sind Sie der designierte Nachfolger?

Peter Kaiser ist ein unumstrittener Landeshauptmann und ein großartiger Mensch. Wer ihm auch immer nachfolgt blickt auf großartige Spuren, die er in Kärnten gesetzt hat. Peter Kaiser ist aber auch mehrfacher Ironman-Finisher, absolviert täglich eine Sporteinheit und ist auch im Geist jung und fit. Ich  bin überzeugt davon, dass er für das Land Kärnten noch lange arbeiten kann und wird.  Ich selbst bin nicht in die Politik gegangen, um Posten oder Funktionen zu erreichen, sondern um zu gestalten.

Was können sich die Lavanttaler von ihrem Mann in Klagenfurt erwarten?

Als Landesrat, besonders als Gemeindereferent bin ich es natürlich allen Kärntner Gemeinden gleichermaßen schuldig, gute Arbeit zu leisten. Ich denke aber, dass es trotzdem wichtig ist, sich immer bewusst zu sein, wo man herkommt. Wichtige Themen fürs Lavanttal sind sicher, die Chancen zu nutzen, die sich durch die Koralmbahn ergeben. Ob das jetzt beim Thema Lithium so ist, oder bei anderen wichtigen Aspekten. Mir ist es aber besonders wichtig, zu sagen, dass wir es nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung schaffen werden, dem Lavanttal weiterhin eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive zu geben. Kirchturmdenken und eigene Interessen sind hier sicher fehl am Platz. Erwarten dürfen sich auf alle Fälle alle Kärntnerinnen und Kärntner, dass ich mich mit vollem Herzblut und Einsatz für unsere Heimat einsetze.

Welche Projekte sind für das Lavanttal in dieser Legislaturperiode geplant?

Ein großes Thema ist sicher der Lithiumabbau auf der Koralm, die Koralmbahn mit all ihren Begleiterscheinungen, aber auch kleinere Projekte wie ein weiteres Pflegeheim für das Lavanttal in St. Andrä.

Gehen sich bei Ihrem engen Zeitkorsett noch Besuche in Lavanttaler Gasthäusern oder Buschenschänken aus?

Die Besuche werden vielleicht etwas weniger, aber ich versuche trotzdem, mit meiner Familie auch die kulinarischen Genüsse des Lavanttales zu genießen.

Wo können Sie entspannen, wo und wie tanken Sie Kraft?

Am besten mit meiner Familie auf der Alm.