Blick in Richtung Sturm-Partie

Nach dem historischen Auswärtssieg in Mattersburg geht der Blick der Wölfe Richtung Sturm-Partie. Trainer Ilzer hofft auf eine volle Hütt`n und warnt vor dem georgischen Teamspieler Otar Kiteishvili.

6:0 und jetzt kommt der Ostblock-Messi

WOLFSBERG. 6:0 gegen Mattersburg, drei Tore Schmerböck, drei Tore Liendl - die WAC-Fans schweben im siebenten Himmel. »Es war ein wunderschöner Tag für uns alle. Es ist wichtig, dass man solche Erfolge auch genießen kann. Das hat die Mannschaft am Samstag gemacht, am Sonntag war frei und ab Montag galt der Focus wieder der nächsten Partie«, erklärt Trainer Christian Ilzer. 

Akribisch

Bei aller Freude – Ilzer wäre nicht Ilzer, wenn er das Spiel gegen die Burgenländer nicht akribisch analysiert hätte. »Wir haben uns in der ersten halben Stunde extrem schwer getan, keine Chance kreiert und Glück gehabt, dass es  in der Situation, bei der Mike Novak der Ball an die Hand gesprungen ist, keinen Elfer gegen uns gab«, meint der Fußballfachmann. Nach dem 1:0 begann es zu laufen, nach dem Motto: jeder Schuss ein Treffer, verschlangen die Wölfe ihren Gegner. Dass es trotz anfänglicher Probleme zum Kantersieg kam, führt er auf die individuelle Klasse seiner Offensive zurück: »Goalgetter Schmerböck und Michael Liendl als kreativer Kopf haben schon enorme Qualität. Deshalb war der Sieg auch in dieser Höhe verdient.« Schmerböck war einer der Wunschspieler Ilzners. »Ich kenne ihn schon seit dem Leistungszentrum und weiß, wie gut er mit seinem linken Fuß ist. Deshalb war er einer der ersten Transfers, die ich getätigt habe«, verrät Ilzer und fügt hinzu: »Unser Glück war, dass er bei Sturm kaum gespielt hat, deshalb war es möglich ihn nach Wolfsberg zu lotsen.« Trotz allem hatte Ilzer Schmerböck gegen Rapid auf die Bank gesetzt. »Wir haben 23 Leute, von denen es sich jeder verdienen würde zu spielen. Außerdem versuche ich, aus jedem  meiner Spieler das Letzte herauszukitzeln.« Im Fall Schmerböck ist ihm das bestens gelungen.

Veränderungen

Die Augen sind aber schon wieder nach vorne gerichtet. Am Samstag steigt der große Schlager gegen Sturm Graz. Ilzer hofft, dass die Lavanttal-Arena voll sein wird und erwartet, obwohl Sturm zuletzt beim 0:5 in der Europaleague-Quali gegen Larnaka und beim 1:1 zu Hause gegen Sturm  geschwächelt hat, ein hammerhartes Spiel. »Bei Sturm hat es auch viele Veränderungen gegeben und sie hatten durch die vielen englischen Wochen kaum Zeit sich zu entwickeln und zusammenzufinden. Nach dem Aus in der Europa League schaut die Sache anders aus«, ist Ilzer überzeugt. Ein Mann der Grazer hat es dem WAC-Trainer besonders angetan: Der georgische Teamspieler Otar Kiteishvili, der im Sommer von Dynamo Tiflis gekommen ist. »Der Bursche ist in Eins-gegen-Eins-Situationen enorm stark, man könnte ihn als Ostblock-Messi bezeichnen, der bringt viel Qualität ins Spiel.« Deshalb ist Ilzer überzeugt, dass seine Mannschaft »ein Top-, Top-, Topspiel abliefern muss, um gegen Sturm zu gewinnen«. Trotzdem möchte man den Lauf aufrecht erhalten. Aber Ilzer ist sich bewusst:  »Für den Lauf muss man auch etwas tun, der kommt sicher nicht von alleine.«