Der Stadtpfarrer Engelbert Hofer auf zehnter Pilgerfahrt

Der Wolfsberger Dechant Engelbert Hofer weilt derzeit mit 60Teilnehmern in der »ewigen Stadt«. Der Papst wird dabei aus der Ferne betrachtet, der Petersdom aus der Nähe. Technisch aufgerüstet wurde auc

Mit 60 Schäfchen gen Rom: Der Stadtpfarrer auf zehnter Pilgerfahrt

Die sechstägige Pilgerreise von Stadtpfarrer Engelbert Hofer.

WOLFSBERG. Bei Castel Gandolfo gibt es eine Straßenstelle, an der gestoppte Fahrzeuge plötzlich beginnen aufwärts zu rollen. »Man weiß nicht, was dort genau los ist«, sagt Dechant Engelbert Hofer, »aber die Leute sind jedes Mal sehr beeindruckt. Vielleicht bleiben wir auch diesmal dort stehen.« Diesmal: Damit meint er die zehnte Reise nach Rom, die der 74-jährige Wolfsberger Stadtpfarrer derzeit mit 60 Gläubigen unternimmt. Das heißt, es ist die »ungefähr« zehnte Rom-Fahrt. So genau weiß das auch der Dechant nicht mehr, dessen von ihm organisierte Pilgerfahrten in der Bezirksstadt mit liebevollem Spott »Hofer-Reisen« genannt werden. Denn unterwegs ist der Stadtpfarrer oft. »Drei Mal pro Jahr«, sagt er selbst. Der Höhepunkt der jüngsten Fahrt soll aber nicht das physikalische Paradoxon in Castel Gandolfo werden – jener Stadt nahe Rom, in der die Sommerresidenz der Päpste angesiedelt ist. Vielmehr wird es die Generalaudienz bei Papst Franziskus sein. »Die findet jeden Mittwoch um 9.30 Uhr am vollen Petersplatz statt«, sagt Hofer, »dabei wird dem Papst auch unsere Gruppe angekündigt.« Nein, persönlich sprechen werde man Franziskus nicht. »Der Papst ist super, er ist ein Anwalt der armen und ungerecht behandelten Menschen, der das auch vorlebt«, so der Stadtpfarrer, »aber wir wissen eh, wie er aussieht, wir kennen ihn aus den Medien. Mir ist es wichtiger, zu hören, was er sagt, als ein Foto mit ihm zu machen.«

»Das Schönste«

Wichtiger ist ihm auch der Besuch des Petersdoms. Hofer weiß aus Erfahrung, wie er ablaufen wird: »Der Dom wird voll mit Menschen sein. Ich werde zu meinen Leuten sagen, wir gehen schön langsam hinein. In der Mitte beginnen wir, ›Großer Gott wir loben dich‹ zu singen, aber leise, nur für uns. Dann gehen wir gemeinsam nach vorne, wo sich unten das Grab Petrus´befindet, und beten das Confessio. Dieser Ablauf beeindruckt die Teilnehmer immer sehr, die Andacht mitten im Gewühl. Für mich ist es das Schönste.« Um seine Stimmbänder zu schonen, hat der Stadtpfarrer technisch aufgerüstet. Für seine Reisen mietet er eine Führungsanlage: So ist er mit einem Mikrofon und die Teilnehmer mit Ohrstöpseln ausgerüstet. »So hören sie mich auch, wenn ich leise spreche. Das ist eine echte Hilfe.« Die aktuelle Reise wird angesichts des angegriffenen Gesundheitszustands des Stadtpfarrers »eine Herausforderung«, sagt er. »Wenn es geht«, möchte er dennoch die Kuppel des Petersdoms erklimmen. Rund 550 Stufen führen hinauf, ein Zurück gibt es nicht. »Es ist ein Rundweg, wenn man einmal unterwegs ist, kommen andere Besucher nach. Aber es lohnt sich. Der Ausblick über Rom in 135 Metern Höhe ist wunderbar – wenn das Wetter passt.«

»Porco e vino«

Weitere Stationen sind die Katakomben, in denen die ersten Christen lebten, die Vatikanischen Museen, der Trevi-Brunnen, das Pantheon. Und der Ort Frascati, wo »porco e vino« gereicht werden, Schweinefleisch und Wein, wie der Italienisch sprechende Pfarrer weiß. Die Wolfsberger reißen sich darum, bei seinen Unternehmungen dabei zu sein, weshalb er sagt: »Schauen wir, wo wir 2019 hinfahren werden.«