Hermann Rutrecht fertigt Bögen ganz individuell an.

Hermann Rutrecht ist seit zwei Jahren Bogenbauer – der einzige in Kärnten. Gefertigt werden die Bögen im Lavanttal, jeder einzelne wird entsprechend den Kundenwünschen gebaut.

Hermann Rutrecht: Robin Hood hätte seine Freude mit ihm gehabt

Maildorf. Robin Hood benutzte einen, auch Legolas aus »Herr der Ringe« ist bekannt für seine Künste mit dem Bogen. Aber die Menschen, die diese bekannte Fernkampfwaffe herstellen, sind eher unbekannt. Einer ist der Lavanttaler Hermann Rutrecht, übrigens der einzige Bogenbauer in Kärnten.
Rutrecht machte ursprünglich eine Tischlerlehre, danach zog es ihn auf Großbaustellen, wo er im In- und Ausland als Schalungszimmerer tätig war. Vor rund 30 Jahren verschlug es ihn wieder zurück ins Lavanttal, wo er 1984 das erste Fitnesscenter des Bezirks eröffnete.  Vor drei Jahren verkaufte er sein Fitnessstudio »HealthGym«, seither widmet er sich ganz dem Bogenbau. Mit dem Bogenschießen begann Rutrecht bereits im Alter von 19 Jahren, mit dem Bogenbau aber erst 2009. »Ich konnte für mich keinen passenden Bogen finden, also entschloss ich mich dazu, mir selbst einen zu bauen«, blickt Rutrecht zurück.
Sein Wissen hat er sich selbst beigebracht. Lehrberuf für Bogenbauer gibt es keinen. »Jeder Bogenbauer hat seine Tricks und Geheimnisse. Also konnte ich mir von anderen keine Unterstützung holen«, sagt Rutrecht. Aus unzähligen Büchern schöpfte er sein Wissen und nach über 5.000 Bögen, die er, wie er selbst sagt, »in den Sand setzte«, war es soweit. Die Hartnäckigkeit machte sich bezahlt – und so meldete er vor zwei Jahren ein Gewerbe an.

Traditioneller Bogen
Hergestellt werden Recurve-Bö- gen, die zu den schnellsten und leistungsfähigsten zählen. Auch bei den olympischen Spielen wird damit geschossen. »Ich stelle die traditionellen Versionen her, also ohne Visier und Stabilisator. Außerdem gibt es bei mir auch Langbögen«, erzählt Rutrecht. Rund zehn bis 15 Stunden wird an einem Bogen gearbeitet, erhältlich sind sie zu Preisen zwischen 400 und 950 Euro.

Aus Holz, Fiberglas oder Carbon
Abhängig ist der Preis von den verwendeten Materialien. Gefertigt werden die Bögen aus Fiberglas, Carbon oder edlen Hölzern, wobei bei der Gestaltung immer auf die Kundenwünsche eingegangen wird. Erhältlich sind die Bögen in Längen zwischen 58 und 64 Zoll. Jeder Bogen ist ein Unikat und optimal an die Bedürfnisse des Kunden angepasst.
»Jeder kann seinen Bogen individuell zusammenstellen lassen. Wer sich nicht sicher ist, was er braucht, bekommt von mir kostenlos für einen Monat einen Bogen zur Verfügung gestellt. Diesen kann er dann ausgiebig testen«, so Rutrecht. Gefertigt werden die Bögen von ihm im Lavanttaler Heimwerkercenter und in seiner Werkstätte in Maildorf.

»Ab Hof«-Verkauf
Gekauft werden können die Sportgeräte von Rutrecht in seiner Werkstätte in Maildorf und auf Messen im In- und Ausland. Einen Überblick über unterschiedliche Bögen kann man sich im Internet auf seiner Homepage www.rh-bogenbau.at verschaffen.