Schon die Urmenschen hatten Stress.

Allerdings reagierten sie ihn körperlich ab. Vor dem Fernseher baut der menschliche Körper die Stresshormone weniger schnell ab. Das verursacht Schaden und macht krank.

Stress – uns fehlt der Säbelzahntiger

Lavanttal. Das Thema »Burn out« ist seit einigen Jahren in aller Munde. Viele Menschen haben Stress mit dem Stress. Von Stress spricht man, wenn durch äußere Reize eine psychische und körperliche Anspannung entsteht. Wirkt er dauerhaft auf uns ein, kann das krank machen. Deshalb ist es wichtig, zu lernen, den eigenen Stress abzubauen. Die richtige Methode dafür ist individuell unterschiedlich. Manchen hilft ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft, andere reagieren sich beim Sport ab, oft helfen Entspannungsübungen und wieder andere können ihren Stress nur reduzieren, wenn sie an der inneren Einstellung arbeiten.

Erreichbarkeit & Handys
Bevor Sie damit starten, sollten Sie aber zunächst herausfinden, was für Sie persönlich Stress bedeutet – also welche Stressauslöser Sie aus der Ruhe bringen. Nur so können Sie in der entsprechenden Situation gegen den Stress einwirken. Beispiele für häufige Stressfaktoren sind eine ständige Erreichbarkeit über Handy und andere Kommunikationswege, Doppelbelastung durch Familie und Beruf oder Termindruck.

Entspannungsmethoden
Hilfreich beim Stressabbau können auch verschiedene Entspannungsmethoden sein. Dass die Stress reduzieren, ist wissenschaftlich belegt. Eine Methode ist Autogenes Training. Man versetzt sich dabei selbst in einen hypnotischen Zustand, in dem durch gedankliche Konzentration bestimmte körperliche Funktionen, wie Atmung und Puls, in einen ruhigeren Zustand gebracht werden.
Für eher pragmatische Menschen eignet sich vielleicht die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Er entdeckte, dass man entspannter wird, wenn man seine Körpermuskeln gezielt zuerst anspannt und dann wieder lockerlässt, z. B. die Lippen aufeinanderpressen oder die Hände zur Faust ballen. Besonders Menschen, die durch zu viel Stress mit Muskel-Verspannungen kämpfen, oft im Nacken oder Rücken, profitieren von der Methode.

Positiver Stress
Stress muss nicht immer negativ sein – er kann uns auch zu Höchstleistungen anspornen. Deshalb unterscheidet man zwei unterschiedliche Stressarten. Die positiv wahrgenommene Anspannung bezeichnet man als Eustress – im Gegensatz zum Distress, der sich negativ auf die psychische und körperliche Gesundheit auswirkt. Aber Achtung: Eustress kann sich schnell in Distress umwandeln.
Stress ist kein Phänomen der modernen Arbeitswelt, sondern ein angeborener Mechanismus, der den Menschen schon seit seinen frühesten Zeiten schützt. Einst versetzten beispielsweise bedrohliche Tiere oder gefährliche Unwetter den Urzeitjäger in Alarmbereitschaft. Dabei schüttet der Körper Hormone wie Adrenalin und Kortisol aus. Das setzt Energiereserven frei und binnen Sekunden befindet man sich im Flucht- oder Kampfmodus. Die Atem-und Pulsfrequenz steigt, Muskeln spannen sich an, die Verdauung stagniert und das Blut gerinnt schneller. Der Urmensch hätte dann den Säbelzahntiger bezwungen oder wäre erfolgreich geflohen. Die angestaute Energie wurde so abgeführt. Die Organe erholten sich und fanden zurück in einen entspannten Zustand.  
Genau dasselbe passiert auch im menschlichen  Körper, wenn er Stress bei der Arbeit hat oder sich Leute Sorgen um ihre finanzielle Zukunft machen. Oftmals wird dann aber die oben beschriebene, freigesetzte Stressenergie nicht verarbeitet. Anstatt sich körperlich abzureagieren, sinkt man abends geschafft auf das Sofa und lässt sich vom TV berieseln. Dabei bauen sich die Stresshormone deutlich langsamer ab – und richten in dieser Zeit mehr Schaden im Körper an.