Der 100er wird wieder abgeschafft.

Die Temporeduktion zwischen Griffen und St. Andrä mutierte zum Lavanttaler Sommeraufreger. Jetzt wird der 100er, der nur zehn Sekunden Zeit kostete, wieder abgeschafft. Die Ortschefs sind mehrheitlich froh.

Wieder Tempo 130 auf der Autobahn: Das sagen die Bürgermeister dazu

Lavanttal. Erst fiel sie einige Tage lang niemandem auf. Dann entwickelte sie sich zum medialen »Sommeraufreger« im Lavanttal  – und jetzt wird sie rückgängig gemacht. Gemeint ist die 100-km/h-Beschränkung auf der Autobahn A2 zwischen Griffen und St. Andrä. Der Autobahnerhalter Asfinag hatte die Temporeduktion angeordnet, weil ein Gutachter feststellte, dass auf der rund zwei Kilometer langen Strecke der Kurvenradius zu eng sei, um gefahrlos 130 km/h fahren zu können. Der Wirbel war perfekt, nicht zuletzt deshalb, weil sich kein Verantwortlicher jahrzehntelang um den Kurvenradius geschert hatte.
Nach geballter medialer Aufregung gab der zuständige Landesrat Martin Gruber (ÖVP) ein weiteres Gutachten in Auftrag, das zum Schluss gelangte, der 100er sei nicht erforderlich. Das Argument der Asfinag, der Zeitverlust der Autofahrer betrage lediglich zehn Sekunden, ging ungehört unter.
Schließlich sprach Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) ein Machtwort. »Es ist niemandem zu erklären, warum man auf einer Strecke jahrzehntelang 130 km/h fahren darf und dann nach einer Generalsanierung nur noch 100 km/h«, teilte er mit. Er habe der Asfinag den Auftrag erteilt, alle Maßnahmen zu setzen, um wieder 130 km/h verordnen zu können.

»Mir egal, ob 100 oder 130«
Was sagen die Lavanttaler Bürgermeister zum neuen/alten Tempolimit? »Ganz etwas Wichtiges«, meint der Wolfsberger Ortschef Hans-Peter Schlagholz (SPÖ) mit gehörigem Schuss Sarkasmus. »Ob 100 oder 130, ist mir egal. Es wird Bereiche geben, wo 100 km/h gerechtfertigt sind. Aber ob die Temporeduktion in diesem Abschnitt der A2 jetzt wirklich das Mega-Thema ist, weiß ich nicht.«
Günther Vallant, SPÖ-Bürgermeister von Frantschach-St. Gertraud, sagt: »Geschwindigkeitsbeschränkungen sind immer ein emotionales Thema. Ich fahre dort täglich und habe den 100er nicht verstanden. Die Wiederherstellung des ursprünglichen Tempos finde ich richtig. Aber natürlich haben wir im Lavanttal eigentlich andere Sorgen.«
Der St. Andräer Bürgermeister Peter Stauber (SPÖ) sieht die Aufhebung des Tempolimits »absolut positiv. Eigentlich ist es egal, ob man dort 100 oder 130 fahren darf, trotzdem bin ich froh, dass die alte Regelung wieder in Kraft tritt.«
Josef Ruthardt (SPÖ), Bürgermeister von Lavamünd, befährt laut eigener Aussage den besagten Streckenabschnitt nie: »Trotzdem bin ich ein strikter Gegner von Tempo 100 auf den Autobahnen. Sie sind teurer, also soll man auch 130 fahren können – schon deshalb, damit die Leute nicht die Bundesstraßen nutzen.«
Schließlich der St. Pauler Bürgermeister Hermann Primus (SPÖ), der gegen ein Tempolimit ist: »Jeder Autofahrer kann selbst einschätzen, ob er 100 oder 130 km/h fahren kann. Sie sollen es selbst entscheiden.«