Änderung des Fahrplans sorgt für Ärger.

Laut Schlagholz benötigen rund 60 Schüler aus Völkermarkt, die das Wolfsberger Bundesschulzentrum besuchen, bis zu 90 Minuten für den Heimweg. Er will eine Änderung des Fahrplans. Die ÖBB widersprechen.

Probleme mit neuem Bus-Fahrplan: Bürgermeister wendet sich an das Land

Lavanttal. »Kürzere Fußwege und Umsteigezeiten. Mehr Angebote in den Früh- und Abendstunden.« So wirbt ÖBB-Postbus für das neue Lavanttaler Verkehrskonzept. Mit dem sind aber nicht alle zufrieden. Einer ist Hans-Peter Schlagholz. Laut dem Wolfsberger Bürgermeister haben seit Einführung des neuen Fahrplans rund 60 Schüler des Bundesschulzentrums ein Problem, in angemessener Zeit nach Hause zu kommen. Schlagholz fürchtet ihre Abwanderung an andere Schulen, was ein harter Schlag für das Zentrum wäre.
Der Bürgermeister: »Betroffen sind Schüler aus Völkermarkt und Griffen. Ihr Rückweg dauert jetzt bis zu 90 Minuten, früher waren es etwa 40 Minuten. Sie müssen in Jakling umsteigen und warten. Das ist ein Problem.«

Daher hat die Gemeinde einen Brief an das Land Kärnten gesandt, in dem um Abhilfe und eine Verbesserung der derzeitigen Situation ersucht wird.
Schlagholz: »Betroffen sind hauptsächlich Schüler der HTL – etwa 50 –, aber auch von anderen Schulen. Es geht mir um die Qualität des Schulbesuchs der Betroffenen, es darf nicht sein, dass sie so lange für ihren Heimweg brauchen. Diese Zeit geht ihnen ab.«
Dazu sorgt sich der Bürgermeister um den guten Ruf des Schulstandorts: »Der wird dadurch geschwächt, das wollen wir auf keinen Fall.«

Kein Direktverkehr mehr
ÖBB-Sprecher Herbert Hofer bezweifelt die von Schlagholz genannten 90 Minuten. Dass der Weg von Wolfsberg nach Völkermarkt jetzt mehr Zeit in Anspruch nimmt, bestreitet er aber nicht: »Früher sind wir direkt nach Völkermarkt gefahren. Weil das Angebot erhöht wurde, muss jetzt in St. Andrä umgestiegen werden, wo es 25 Minuten Aufenthalt gibt. Das ist aber notwendig, damit das neue Fahrsystem funktioniert. Außerdem haben wir uns an die Kriterien gehalten, die das Land vorgab – und bei deren Erstellung war Wolfsberg involviert.«
Eine Änderung des Fahrplans und damit eine Verkürzung des Heimwegs der Schüler kann sich Hofer nicht vorstellen: »Das würde bedeuten, wir müssten das komplette Verkehrsangebot neu machen. Wird die Linienführung geändert, gibt es aber einen massiven Qualitätsverlust für die Region, das ganze Lavanttal wäre davon betroffen« – und damit Tausende Fahrgäste. Es sieht also nicht gut aus für die Völkermarkter Schüler, die die Wolfsberger HTL besuchen.
Generell scheinen die neuen Kriterien, nach denen der Verkehrsverbund die öffentlichen Linien im Lavanttal ausgeschrieben hatte, kein großer Wurf gewesen zu sein. So muss die Gemeinde Wolfsberg jetzt – wir berichten – für die Bedienung der höher gelegenen Orte selbst sorgen, was vor Schulbeginn für Aufruhr unter den Eltern sorgte. Laut Schlagholz wird beim Transport nun teils nachgeschärft, im Großen funktioniert er aber.