Vitamin D: Ein „Supervitamin“ mit verblüffenden Eigenschaften

Vitamin D wird häufig als „Supervitamin“ bezeichnet. Es ist das einzige Vitamin, das zum weitaus größten Teil vom Körper selbst gebildet wird und besitzt eine Reihe positiver Eigenschaften, die jedoch längst noch nicht alle ausreichend erforscht sind. Als gesichert gilt jedoch, dass Vitamin D wichtig für den Knochensto wechsel, die Muskulatur und das Nervensystem ist und die Immunabwehr unterstützt.

Vitamin D: Ein „Supervitamin“ mit verblüffenden Eigenschaften

Vitamin D ist schon seit einiger Zeit in aller Munde. In den letzten Jahren und Jahrzehnten konnten Wissenschaftler immer wieder zeigen, dass Vitamin D an zahl- reichen Vorgängen im menschli- chen Körper maßgeblich beteiligt ist und offenbar auch darüber hi- naus über ein gewaltiges Poten- zial zur Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der Gesund- heit verfügt. Darum sehen viele darin ein echtes „Supervitamin“, dessen positive Eigenschaften al- lerdings noch längst nicht alle er- forscht sind. Vitamin D hält ge- wiss noch so manche Überra- schung bereit.

 

Vitamin D wird vom Körper selbst gebildet

Während der Mensch Vitamine normalerweise über Nahrungsmittel zu sich nimmt, ist Vitamin D auch in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Es wird nämlich fast zur Gänze (so um die 85 bis 90 Prozent) vom Körper selbst gebildet. Die beiden zentralen Organe dieses komplizierten Vorgangs sind die Leber und die Haut, die ihrerseits wiederum auf die Einwirkung des Sonnenlichts angewiesen ist. In der Leber wird zunächst aus Bestandteilen des Bluts eine erste Vorstufe des Vitamins gebildet. Bei der anschließenden „Aktivierung“, die in mehreren Stufen erfolgt und gewissermaßen ein Hin und Her zwischen Leber, Blutstrom und Haut ist, spielt das Licht der Sonne eine wichtige Rolle. Durch die natürliche UV-Strahlung und die Wärme werden jene chemischen Prozesse in Gang gesetzt, die schließlich zum fertigen Vitamin D führen. Außerdem wird ein verhältnismäßig geringer Teil des Vitamins dem Körper auch durch Nahrungsmittel zugeführt – vor allem durch bestimmte Fischsorten (u.a. Aal, Hering, Lachs, Thun sch). Aber auch Lebertran ist bekannt dafür, relativ viel Vitamin D zu lie- fern. Vitamin D kommt in unterschiedlichen chemischen Formen sowohl in tierischen Nahrungsmitteln (D3) als auch in p anzlichen (D2) vor. Allerdings sind die meisten Wissenschaftler der Meinung, dass Vitamin D3 wirksamer als Vitamin D2 ist.

 

Breites Wirkungsspektrum

Obwohl man längst noch nicht alle Eigenschaften des Vitamins kennt und auch bei den bekannten nicht alle Zusammenhänge erklären kann, weiß man heute, dass dem „Supervitamin“ D ein sehr breites Aufgabenspektrum im menschlichen Körper zukommt. Vitamin D ist wichtig für den Knochenstoffwechsel und unterstützt das Immunsystem – u.a. bei der Abwehr viraler Infekte. Es wirkt teilweise entzündungshemmend und ist von großer Bedeutung für die Nervenzellen.
Nicht wenige Fachleute vermuten sogar, dass Vitamin D im Kampf gegen Krankheiten wie Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Alzheimer und Demenz sowie vielleicht auch gegen Krebs eine wichtige Rolle spielen könnte. Vitamin D wirkt koronaren Herzer- krankungen entgegen, vermag den Blutdruck zu senken und das Diabetes-Risiko positiv zu beeinussen.

Es stärkt die Knochen, wirkt der Entstehung von Osteoporose entgegen, kräftigt die Muskeln und beugt damit einer vorzeitigen körperlichen Gebrechlichkeit vor. Dadurch kann die Plegebedürftigkeit im Alter entweder vermieden oder zumindest hinausgezögert werden. Und selbst Krankheiten wie Fibromyalgie, die mit nicht lokalisierbaren, dafür umso schlimmeren Schmerzen einhergeht, scheinen irgendwie auch mit ei- nem Vitamin-D-Mangel zusam- menzuhängen.

 

Vitamin-D-Mangel ist nicht selten

Betrachtet man die bisher bekann- ten bzw. wahrscheinlichen positi- ven Auswirkungen des Vitamins, verwundert es nicht, dass Man- gelerscheinungen sich im Um- kehrschluss sehr negativ im Körper bemerkbar machen. Und ein Mangel an Vitamin D kommt gerade in unseren geografischen Breiten recht häufig vor. Untersuchungen haben jedenfalls ergeben, dass nur etwa 10 Prozent der Bevölkerung ausreichend mit Vitamin D versorgt sind und die übrigen 90 Prozent zumindest zeitweise an einem Mangel leiden. Wenn es darum geht, einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen oder bereits vorhandene Mangelerscheinungen auszugleichen und zu beheben, gibt es einige Tipps von Experten. Nicht immer ist man sich jedoch darüber einig, wie sinnvoll die einzelnen Maßnahmen tatsächlich sind. Unbestritten ist jedoch die natürliche UV-Strahlung, also das Licht der Sonne, die mit Abstand beste aller Vitamin-D-Quellen. Die Sonne, deren Strahlen auf die Haut wirken, versorgt den Körper nicht nur ausreichend, sondern auch kostengünstig mit Vitamin D. Allerdings ist es wichtig, dabei ein paar Regeln zu beachten, um andere, schwere gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Wer die Haut nämlich zu lange, zu oft und zu ungeschützt der Sonne aussetzt, riskiert Hautschäden, vorzeitige Hautalterung und den gefürchteten Hautkrebs. Fachleute empfehlen, das Gesicht und die Arme regelmäßig, dafür aber nur ein paar Minuten am Tag der direkten Sonnenstrahlung auszusetzen. Die immer wieder ins Spiel gebrachte Alternative „Sonnenstudio“ ist umstritten. Viele Hautärzte warnen davor und können auch gute Gründe dafür nennen.

 

„Künstliches“ Vitamin D

Weil dem Körper mit der Nahrung nicht ausreichend Vitamin D zugeführt werden kann, greifen immer mehr Menschen zu Vitamintabletten und Nahrungsergänzungsmitteln, um ihre Vitamin-D-Versorgung zu verbessern. Tatsächlich ist das pharmazeutisch hergestellte Vitamin D in dieser „künstlichen Form“ manchmal durchaus sinnvoll. Das ist meistens dann der Fall, wenn der Vitamin-D-Bedarf nicht auf natürliche Weise, also mithilfe des Sonnenlichts und über die Ernährung, gedeckt werden kann. Häu ger liegt ein solches Problem bei älteren Menschen vor, kann aber auch das Resultat bestimmter chronischer Krankheiten sein. Gerade im Alter können Vitamin-D-Präparate von Nutzen sein, weil die körpereigene Vitamin-D-Produktion über die Haut bei Älteren oft schon reduziert ist. Trotzdem ist es wichtig, auch in diesem Fall zuvor unbedingt mit einem Arzt zu sprechen. Weitere Informationen gibt es auch in der Apotheke.