Schulden auf über zehn Millionen Euro gestiegen

In den ersten neun Monaten 2018 gab es einen markanten Anstieg der Schulden insolventer heimischer Unternehmen. Über 50 Prozent davon entfallen auf die Pleite der Kresta industries GmbH aus St. Andrä.

Insolvente Unternehmen häuften über zehn Millionen Euro Schulden an

Wolfsberg, Klagenfurt. Mit Verbindlichkeiten in Höhe von 5,2 Millionen Euro war die Pleite der Kresta industries GmbH aus St. Andrä die größte Unternehmensinsolvenz in diesem Jahr im Lavanttal – und auch die drittgrößte kärntenweit. Alleine dieser Fall macht über 50 Prozent der Schulden der insolventen Lavanttaler Firmen aus.

Insgesamt gab es in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Bezirk Wolfsberg 25 Unternehmensinsolvenzen – 13 eröffnete und zwölf nicht eröffnete Insolvenzverfahren –, wie der KSV1870 Klagenfurt meldete. Im Vergleichszeitraum des Vorjahrs wurden lediglich 13 Fälle verzeichnet. »Das sind um zwölf Fälle oder 92 Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen«, berichtet Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin des KSV1870-Standorts Klagenfurt.
Markant gestiegen sind durch den Kresta industries GmbH-Fall die Insolvenzverbindlichkeiten. Lagen diese in den ersten neun Monaten des Vorjahrs noch bei 4,3 Millionen Euro, so sind sie heuer auf satte 10,3 Millionen Euro angewachsen.
Auch für die letzten Monate dieses Jahres erwartet Wiesler-Hofer noch die eine oder andere Insolvenz im Lavanttal: »Zweifellos wird das vierte Quartal noch einige Eröffnungen von Insolvenzverfahren mit sich bringen. Eine weitere Steigerung der Unternehmensinsolvenzen im Bezirk Wolfsberg ist auf alle Fälle zu erwarten.«

Auch mehr Privatkonkurse
Auch bei den Privatkonkursen kam es im Lavanttal zu einem Anstieg von über 50 Prozent. Bislang wurden 25 Privatkonkursverfahren eröffnet. »Was wir hier sehen, ist ein Nachholbedarf aus dem Vorjahr – und es ist für niemanden überraschend gekommen«, meint Barbara Wiesler-Hofer.
Allerdings sind dabei die Schuldenhöhen zurückgegangen. Fast alle Verfahren wurden von den Schuldnern selbst beantragt und dienten der Regulierung der Schulden. Diese lagen in den ersten neun Monaten bei insgesamt 3,2 Millionen Euro – 2017 waren es noch 8,4 Millionen Euro. Die durchschnittliche Verschuldung beträgt 128.000 Euro.

Ein Blick auf die Struktur zeigt: 75 Prozent gehen auf das Konto von Männern, bei 25 Prozent der Fälle sind Frauen betroffen. »Hier erkennt man deutlich, dass echte Private mit niedrigen Verbindlichkeiten die Schuldenregulierung beantragten.  Der Anteil der ehemaligen Unternehmer beträgt lediglich 17 Prozent«, meint Wiesler-Hofer.
Laut ihr wurden die Erwartungen bislang eingehalten und es war ein Nachholeffekt zu beobachten. »Die vom Insolvenzrechtsänderungsgesetz 2017 ausgelöste Insolvenzwelle wird voraussichtlich gegen Jahresende 2018 zur Ruhe kommen«, so die Einschätzung von Barbara Wiesler-Hofer.