Johann Martinz sagt Goodbye.

Mit 86 Jahren ist für Johann Martinz nun endgültig Schluss. Der Frasswirt wird am Wochenende beim diesjährigen Kolomonimarkt zum letzten Mal mit seinen Backhendln dabei sein.

Die Marktlegende Johann Martinz geht nach 22 Jahren in den Ruhestand

Kamp. Auf den traditionellen Wolfsberger Jahresmärkten, dem Schönsonntag-und Kolomonimarkt, gibt es alle Jahre wieder zahlreiche neue Attraktionen, auch in Sachen Kulinarik. Nur ein Gastronom ist seit über zwanzig Jahren seiner bodenständigen Linie »treu« geblieben: Der Frasswirt aus Kamp, der seit 1996 die Marktbesucher mit seinen unvergleichbaren Backhendln aus heimischer Produktion verwöhnt.

Das in die Jahre gekommene Zelt haben Grete und Johann Martinz, die Wirtsleute vom Frasswirt, einst dem ARBÖ St. Jakob abgekauft, der früher das Zelt auf den Märkten bewirtschaftete. Im zarten Alter von 64 Jahren hat Johann Martinz – er feierte kurz vor Eröffnung des diesjährigen Kolomonimarktes seinen 86. Geburtstag – zusammen mit seiner Familie diesen Schritt vor 22 Jahren gewagt und nicht bereut. Wie zu Beginn des Engagements werden auch heute noch die Hendln in der Backhendlstation beim Stammhaus frittierfertig gemacht. Dafür ist Grete Martinz verantwortlich, die man nur in Ausnahmefällen im Zelt am Markt antrifft. Der legendäre Kartoffelsalat wird ebenfalls dort produziert und Johann sorgt immer wieder für den zeitgerechten Nachschub, pendelt zu Marktzeiten mehrmals täglich zwischen Kamp und Kleinedling.

Im Zelt hilft die ganz Familie mit. Die Söhne Heinz und Gerald, die Schwiegertöchter Silvia und Manuela, und seit einigen Jahren packen auch die Enkelkinder Lisa und Christian mit an. »Ohne Familie wäre es nicht möglich gewesen, dieses Projekt jedes Jahr zweimal umzusetzen«, sind Grete und Johann Martinz dankbar für die familiäre Unterstützung.
Das Konzept ist einfach und erfolgreich: Bodenständige Küche mit Backhendln, Wienerschnitzeln aus der Fritteuse, Koteletts und Würsteln vom Grill, beim Kolomonimarkt gibt es auch Selchwürstel als zusätzliches Schmankerl, dazu Bier vom Fass, Schilcher Weine und Schilcher Sturm. Auch beim Personal gibt es eine bemerkenswerte Konstanz. Viele der Mitarbeiter sind seit Beginn an dabei und mitverantwortlich für die familiäre Atmosphäre im Zelt, das fast immer gerammelt voll ist.

Tradition hat seit den Anfangsjahren der Versorgungsengpass gegen Ende der Marktzeit. »Beim ersten Markt waren wir bereits am zweiten der drei Tage ausverkauft«, so Johann Martinz. Trotz sorgfältiger Planung kann es auch heute noch vorkommen, dass es am letzten Abend kaum mehr Backhendl gibt, dann muss improvisiert werden und kaum jemand ist böse, wenn er zu spät dran war.

Heuer ist Schluss
Der 429. Kolomonimarkt, der heuer von 12. bis 15. Oktober stattfindet, ist der letzte Markt, auf dem die Familie Martinz vertreten sein wird. »Es gibt einen Nachfolger, der die Tradition fortsetzt«, so Heinz Martinz, der noch nicht mehr verraten will.