Im "Zentrum der Trüffel"

Gleich mehrere istrische Ortschaften dürfen sich mit dem Titel »Zentrum der Trüffel« schmücken, der jetzt geerntet und verspeist wird. Rund um das Mirnatal befindet sich das wohlschmeckende Epizentrum.

Buzet, Motovun, Pazin: Die kroatischen Trüffelzentren haben jetzt Hochsaison

Istrien. Jetzt, da der Sommer endgültig vorbei ist und auch die letzten Nachsaison-Gäste die adriatischen Strände verlassen haben, zieht auch an den istrischen Gestaden langsam Ruhe ein. Dafür wird es im Hinterland der Halbinsel umso umtriebiger – man kann sich im goldenen Herbst wunderbar der anerkannt köstlichen und speziellen Kulinarik Kroatiens widmen – und Feinschmecker aus aller Welt schauen dafür gerne vorbei.

Istrien hat sich nicht von ungefähr in den vergangenen Jahren als einer von Europas spannendsten Gourmet-Hotspots etabliert. Zwischen Küste und Bergen lassen sich Köstlichkeiten finden, die man anderswo vergeblich sucht. Und auch wenn derzeit die Region im Bereich von Buzet und Motovun im Nordosten bis hinunter ins südöstlich gelegene Pazin wegen der weißen Trüffel im Mittelpunkt steht, so hat diese Gegend doch noch viel mehr zu bieten.

Jedes Städtchen hat seinen eigenen Reiz und jede der historischen Ecken versprüht reiche Geschichte. Das jahrhundertealte Burgenstädtchen Motovun etwa sitzt wie ein Adlerhorst hoch über dem Mirnatal.  Von der Stadtmauer bieten sich einzigartige Aussichten auf das Mirna-Flusstal bis hin zum Meer bei Novigrad. Der 27 Meter hohe Glockenturm dominiert das Ensemble.  
Ebenso reizvoll ist die mittelalterliche Kleinstadt Buzet – gelegen inmitten der hügeligen grünen Landschaft nahe der Grenze zu Slowenien. In der Altstadt gibt es viele interessante Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Einen Ausflug (14 Kilometer Entfernung) lohnt das nur 17 Einwohner zählende kleine romantische Städtchen Hum, auch als »kleinste Stadt der Welt« bekannt – eines der beliebtesten Ausflugsziele in Zentralistrien.

Noch weiter südlich liegt Pazin mit dem Kastell, einer der besterhaltenen Burgen der Region. Das istrische Hinterland ist besonders beliebt bei Wanderern und Radfahrern – Pazin ist ein Zentrum für Aktivurlauber. Direkt unterhalb des Paziner Kastells verläuft eine große Schlucht von der man Zugang zur Paziner Grotte hat.
Doch zurück zur Kulinarik: Wer sich im Herbst durch das bergige Hinterland Istriens, auch bekannt als »kroatische Toskana«, kosten möchte, sollte den einen oder anderen Einkehrschwung in eine der vielen rustikalen Konobas nicht vergessen. Bei vielen dieser Landgasthäuser und Restaurants werden im Herbst auch Trüffel gehobelt bzw. in Istrien traditionell gerieben, aber im Mittelpunkt stehen wie das ganze Jahr hindurch überlieferte Rezepte.

Als Vorspeise etwa feiner Pršut, würziger Käse und flaumiges Weißbrot mit Olivenöl. Zu den landestypischen Spezialitäten zählen vielfältige Fleischgerichte von Schwein, Wild, Lamm oder Rind, die gegrillt oder geschmort werden – mitunter im »Peka«-Topf und traditionell im Gastraum am offenen Feuer zubereitet. Ragouts und die Fuži-Nudeln sind ebenfalls beliebt. Dazu empfiehlt sich ein Glas des berühmten weißen Malvazija- oder des roten Teran-Weines, die schon seit Jahrhunderten angebaut werden.