In jungen Jahren gegen Diabetes vorbeugen

Diabetes ist kein Einzelschicksal, sondern mittlerweile ein Massenphänomen. Zum Großteil kann man der Erkrankung aber in jungen Jahren selbst vorbeugen.

Diabetes: Zur Hälfte hat man sein Schicksal selbst in der Hand

Lavanttal. Vorab die beunruhigenden Zahlen: Knapp 600.000 Menschen leiden in Österreich an Diabetes mellitus Typ 2 und rund 30.000 an Diabetes mellitus Typ 1 (Definition siehe Kasten unten). Davon sind ca. 3.000 Kinder betroffen. Alle 50 Minuten stirbt in Österreich ein Mensch an den Folgen des Diabetes, das sind 10.000 Personen pro Jahr. Jedes Jahr werden in Österreich 2.500 Amputationen an Patienten mit Diabetes mellitus vorgenommen – das sind 62  Prozent aller Amputationen.
»Der Weltdiabetestag heuer war wieder ein willkommener Anlass, um zu zeigen, wie man dieser verbreiteten Erkrankung begegnen bzw. wie man sie verhindern kann«, betont Johann Lintner, Direktor der Kärntner Gebietskrankenkasse (KGKK). Mit Vorsorge lasse sich viel bewirken, weiß auch Georg Steiner, Obmann der KGKK. Schließlich gibt es in Kärnten 47 Prozent übergewichtige bzw. adipöse Menschen. »Übergewicht und Adipositas sind ein Hauptgrund für die Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2. In Österreich sind bereits 50 bis 60 Prozent der Bevölkerung übergewichtig«, erläutert Steiner. Dabei muss klar gesagt werden – und das ist die gute Nachricht: Typ-2-Diabetes ist durch gezielte Gesundheitsvorsorge vermeidbar!
 Otto Liechtenecker, Chefarzt der Kärntner Gebietskrankenkasse, klärt auf: »Bei der chronischen Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus Typ 2 sind die Blutzuckerwerte erhöht. Ursache ist meist Übergewicht. Aber auch die Vererbung spielt eine große Rolle.«

Bewegung und Ernährung
Der Chefarzt weiter: »Mit mehr Bewegung im Alltag, etwa Stiegen steigen anstatt den Lift zu benutzen, regelmäßiger Ausdauerbewegung wie Walken, Spazieren gehen, Schwimmen oder Radfahren, kann man die Blutzuckerwerte senken und die Wirkung des Insulins verbessern. Der Körper kann mehr Fett verbrennen und Gewicht verlieren.« Neben Bewegung ist die zweite wichtige Säule in der Vorsorge die Ernährung. Dazu erklärt Heidrun Pasterk, Diätologin der KGKK: »Dabei kommt es darauf an, viele Ballaststoffe, wenig Fett oder mehr pflanzliche als tierische Fette zu essen und die Größe der Portionen zu beachten. Isst man langsam und kaut gut, fühlt man sich früher satt. Getränke sollen zuckerfrei sein, ideal sind Leitungswasser, Mineralwasser oder ungezuckerter Tee.« (Weitere Ernährungstipps siehe Spalte rechts.)
Auch das seelische Gleichgewicht hat Einfluss auf diese chronische Stoffwechselerkrankung. Regelmäßige Entspannung und Bewegung sind ein gutes »Rezept« für mehr seelische Gesundheit, damit depressive Verstimmungen keine Chance haben. Nicht zuletzt erhöht Rauchen die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken ungefähr um das Doppelte.