Jäger tritt als Geschäftsführer ab

Seine Funktion als Geschäftsführer der Genossenschaft gibt Wolfgang Jäger am 31. Dezember ab. Dennoch wird er dem Unternehmen als Betreuer zweier wichtiger Projekte erhalten bleiben – vorerst zumindest.

Der Wolfsberger »Mister Adeg« tritt mit Jahresende in den Un-Ruhestand

Lavanttal. Eine Ära neigt sich dem Ende zu. Wolfgang Jäger, Geschäftsführer der Adeg Wolfsberg Genossenschaft, zieht sich mit 31. Dezember von seiner Funktion zurück. Von Ruhestand ist aber n0ch keine Rede. »Ich werde die nächsten ein bis zwei Jahre leiser treten und in dieser Zeit die Modernisierung und Vergrößerung des EUCO-Centers und des AGM-Großmarkts betreuen«, sagt er zu den Unterkärntner Nachrichten. Erst danach will er sich ganz seinen Hobbys zuwenden. Ein Nachfolger ist schon fix und arbeitet sich derzeit  ein. Seinen Namen will Jäger aber noch nicht veröffentlicht sehen, denn: »Er muss erst vom Vorstand bestellt werden.«

Jäger, mittlerweile 66, ist seit 1985 im Vorstand der Adeg Wolfsberg Genossenschaft vertreten. »Ich habe in Wien Betriebswirtschaftslehre studiert und war nach dem Abschluss selbstständiger Kaufmann – mit einem Adeg-Markt und dem Unternehmen Mode Jäger, die ich von meinen Eltern übernommen hatte.« Es folgten einige Jahre als Teilhaber und Geschäftsführer der Koralm-Skilifte, die schließlich von RZ-Pellets-Chef und WAC-Präsident Dietmar Riegler gekauft wurden.

»2003 fragte mich der damalige Direktor Werner Winkler, ob ich ihm als Geschäftsführer nachfolgen möchte. Nach Rücksprache mit meiner Familie habe ich das Angebot angenommen, 2004 bin ich eingestiegen«, sagt Jäger.

Auf die Frage, ob ihm der bevorstehende Abschied schwer fällt, zögert er keine Sekunde: »Es war mein eigener Wunsch. Ich hoffe auf gute Gesundheit, damit ich meinen Hobbys Rad- und Skifahren, Reisen und gutem Essen frönen kann.« In punkto Reisen gilt es, sich mit Ehefrau Edith, einer früheren Professorin der Wolfsberger HAK, zu arrangieren: »Sie liebt den Fernen Osten, ich möchte eine Safari in Afrika und eine Rundreise durch Brasilien machen.« Man wird sich einigen.

Die Familie als Rückhalt
Denn seine Familie ist für Jäger sehr wichtig: »Ich wohne in St. Stefan, wo auch meine 92-jährige Mutter, meine 97-jährige Tante und mein Cousin leben. Von dort werde ich auch im Ruhestand nicht weggehen. Früher waren wir alle viel unterwegs, fuhren nach Grado oder Portorož. Heute geht das leider aufgrund des fortgeschrittenen Alters der beiden nicht mehr. Bei uns war es aber immer üblich, sich um die Angehörigen zu kümmern.« Auch der Kontakt mit Sohn Stefan, 45, der bei Magna Graz einen bedeutenden Posten bekleidet und sich an den Wochenenden als DJ auslebt, ist intensiv.
Stolz ist Jäger auf die Erhaltung der Selbstständigkeit der Adeg Wolfsberg Genossenschaft: »Wir sind die letzten, die sich das bewahrt haben – und es war nicht immer einfach.« Dafür hat der Chef von 285 Mitarbeitern zäh gekämpft – mit gutem Grund: »Wir halten die Nahversorgung aufrecht, auch dort, wo nicht viel Gewinn zu erzielen ist. Das ist uns sehr wichtig.« Man merkt: Jäger ist in der Region verwurzelt, was sich auch im Sortiment der Adeg-Märkte niederschlägt: »Wir legen Wert auf Regionalität und bieten all die lokalen Produkte an, die die Lavanttaler Selbstvermarkter liefern.« Es folgt eine lange Aufzählung von Produkten – aus dem Kopf. Jäger beherrscht sein Metier.

Am 29. Dezember werden ihn seine Mitarbeiter mit einem Fest in der WAC-Arena, das gleichzeitig als Jubiläumsfeier für das 65-jährige Bestehen der Genossenschaft dient, als Geschäftsführer verabschieden. »Es wird toll«, sagt Jäger, »und wird einmal mehr unseren familiären Zusammenhalt im Unternehmen beweisen.«