Der Mercedes E 220d 4Matic im Test

Die E-Klasse von Mercedes spielt einmal mehr alle Stückerln. Dank Allrad fährt er wie eine Lokomotive und lässt sich nicht aus der Spur bringen. Das Auto kann sich aber, wenn gewünscht, auch selbst steuern und einparken. Dazu ist seine Beleuchtung vom Feinsten.

Unterwegs wie auf Schienen – auch ohne Hände

Wolfsberg. Das Herz pumpt schneller, die Hände sind feucht. Bei Tempo 130 das Steuer aus der Hand zu geben und es dem Auto zu überlassen, erfordert eine gehörige Portion »Mir egal, ich hab eh gelebt.« Aber die E-Klasse macht ihre Sache gut. Das Fahrassistenz-Paket mit Drive Pilot hält nicht nur automatisch den korrekten Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen, sondern folgt ihnen auch – bis 210 km/h. 60 Sekunden lang fährt der Mercedes selbst, dann erscheint auf dem Display ein Warnsignal. Tut der Fahrer nichts, bremst sich der Stern selbsttätig ein, lenkt auf die rechte Spur, aktiviert den Warnblinker und bleibt stehen. Wird aber ein Knöpfchen am Lenkrad gedrückt und damit signalisiert: »Bin da und hellwach«, geht die Fahrt ohne Hände am Lenkrad weiter.
Wie alles ist auch das teilautonome Fahren Geschmackssache. Natürlich erleichtert es das Autofahrerleben enorm, genau wie der Park-Pilot: Auf Knopfdruck dirigiert sich die Stuttgarter Limousine selbsttätig in die Lücke, während der Besitzer daneben steht und den Finger am Smartphone, das mit dem Wagen verbunden ist, kreisen lässt. Hört er auf, stoppt auch das Einparken. In Städten, wo jedes noch so kleine freie Fleckchen genutzt werden muss, eine große Lebenserleichterung.

Aber  Selberfahren ist für den Redakteur schöner, denn die neue E-Klasse hat‘s wieder einmal drauf. Unser Testmodell, ein E 220d 4Matic, zur Verfügung gestellt von Mercedes-Benz Hartl in Wolfsberg, machte dem seinerzeitigen Werbespruch »Nur ein Mercedes ist ein Mercedes« alle Ehre. Unglaublich satt liegt er auf der Straße, die Lenkung ist im Stadtverkehr so leichtgängig, dass er sich mit den Fingerspitzen dirigieren lässt. Die neungängige Automatik, 9G-Tronic genannt, schaltet sanft und so gut wie unmerkbar. Unsere Tour führt uns auch hinauf auf die Weinebene, um zu testen, wie sich der Benz auf kurvenreicher Strecke bewährt. Wie gesagt: Er hat‘s drauf. Dank Allrad nimmt er jede Kehre, als wäre er auf Schienen unterwegs, die Paddles am Lenkrad erlauben es dem Fahrer, die Gänge so anzupassen, wie er es möchte.
Hinauf ist immer einfach. Für viele Automatikfahrer stellt die Bergabfahrt aber eine größere Herausforderung dar. Mit dem Mercedes – kein Problem. Man könnte den niedrigeren Gang zwar auch mit dem Wahlhebel einlegen, dank der Paddles geht es aber schneller und bequemer.

Gute Sicht per Automatik
Dass er gut aussieht, muss nicht erst erwähnt werden. Wichtig ist aber auch, dass der Lenker gut sieht. Dafür gibt es jetzt die Scheinwerfer-Technologie Multibeam LED: Vier Steuergeräte berechnen 100-mal pro Sekunde das ideale Lichtbild. Damit wird die Lichtverteilung blitzschnell der Verkehrssituation angepasst. Das blendfreie Fernlicht schafft es dank der Frontkamera, die 24 Hochleistungs-LED-Chips so zu steuern, dass entgegenkommende und vorausfahrende Autos vom Lichtkegel ausgenommen werden. Da schauen wir!

Mercedes E 220d 4Matic

Motor: Der Vierzylinder-Diesel besitzt 1.950 Kubikzentimeter Hubraum und leistet 194 PS.
Höchstgeschwindigkeit: 239 km/h.
Antrieb: Allrad.
Verbrauch: Im Schnitt 4,9 Liter auf 100 Kilometer.
CO2-Ausstoß:  129 Gramm pro Kilometer.
Tankinhalt: 50 Liter.
Leergewicht: 1.870 Kilo.
Kofferraum: 540 Liter.
Preise: Ein E-Mercedes ist als Basismodell ab 46.840 Euro (Baumustergrundpreis) zu bekommen. Unser Testmodell kostet als »Austria Edition« und mit vielen Extras 76.423 Euro und 20 Cent.