»Gaffer« werden zum Ärgernis

Erst in der Vorwoche gab es einen tödlichen Unfall in Kärnten, bei dem sich die Einsatzkräfte über die zahlreichen Schaulustigen ärgerten. Dabei droht den »Gaffern«, die sich einer Wegweisung durch die Polizei widersetzen, eine Geldstrafe in der Höhe von bis zu 500 Euro.

Ärgernis »Gaffer«: Trotz härterer Strafen sorgen sie immer wieder für Behinderungen

Wolfsberg. Wenn ein Unfall passiert, sind »Gaffer« und »Hobbypaparazzi« nicht weit. Sie stehen den Einsatzkräften im Weg und behindern die Rettungsarbeiten. Oftmals werden Rettungskräfte bei oihrer heiklen Arbeit auch gefilmt. In den vergangenen Jahren haben die Probleme mit »Gaffern« österreichweit zugenommen, sodass es im Sommer zu einer Anpassung der Gesetze gekommen ist.
Strafen fürs »Gaffen«

Seit der Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes (SPG) im Juli müssen Schaulustige, die Rettungseinsätze behindern oder Handyfotos von Unfallopfern machen, mit einer Geldstrafe von bis zu 500 Euro rechnen.
Bei besonders erschwerenden Umständen sind sogar Haftstrafen von bis zu zwei Wochen möglich. Wer einen gefilmten Unfall oder Fotos davon ins Internet stellt, macht sich jedenfalls strafbar und der Strafrahmen kann auch noch wesentlich höher ausfallen.

Lavanttaler diszipliniert
Während man vielerorts mit Schaulustigen zu kämpfen hat, gibt es im Bezirk Wolfsberg laut Auskunft der Blaulichtorganisationen nur vereinzelt Schaulustige, im Großen und Ganzen kommt es bei Einsätzen aber zu keinen Zwischenfällen mit »Gaffern«.

Bei einer Umfrage der Unterkärntner Nachrichten in Wolfsberg zeigten die Befragten wenig Verständnis für »Gaffer« und sprachen sich für Strafen aus. Was aber auffiel: Es wird zwar nicht oder nur selten »gegafft«, aber Passanten oder vorbeifahrende Autos bleiben nur selten stehen um Erste Hilfe zu leisten oder zumindest einen Notruf abzusetzen.
»Es gab im Bezirk noch keine Anzeigen. Eine solche ist sowieso nur möglich, wenn die Person zuvor abgemahnt wurde«, sagt Bezirkspolizeikommandant Peter Hauser, dem von seinen Polizisten keine Klagen wegen Schaulustiger untergekommen sind. Trotzdem meint er weiter: »Es gibt natürlich durch die sozialen Medien auch im Lavanttal das Phänomen, dass Fotos von Unfällen im Internet verbreitet werden.«.
Ähnlich sieht es auch das Rote Kreuz: »Wir haben mit Schaulustigen eigentlich kein Problem. Sollte es einen Unfall oder Verletzte geben, wo viele Menschen anwesend sind, so errichten wir einen Sichtschutz, um die Privatsphäre zu schützen«, erzählt Bezirksstellenleiter Martin Schifferl.

Und auch seitens der Feuerwehr wird bestätigt, dass es keine gröberen Vorfälle mit Schaulustigen im Bezirk gab. »Bei Unfällen auf der Autobahn werden die Fahrzeuge auf der Gegenfahrbahn aber natürlich langsamer und schauen, manchmal werden Fotos gemacht. Dadurch kann sich schon einmal eine gefährliche Situation ergeben«, meint der St. Andräer Gemeindefeuerwehrkommandant Wolfgang Kobold.