St. Paul als Standort wohl gestorbenAusgabe | Mittwoch, 5. Dezember 2018

Die Weiterverarbeitung des lithiumhaltigen Gesteins aus der Mine auf der Weinebene wird wohl kaum in St. Paul stattfinden. Andere Gemeinden im Lavanttal und der Steiermark zeigen bereits Interesse.

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Wolfsberg. Ursprünglich war geplant, für die Weiterverarbeitung des lithiumhaltigen Gesteins aus dem Bergwerk auf der Weinebene im Lavanttal, genauer gesagt in St. Paul, ein Hydroxidwerk zu errichten. Von einer Investitionssumme für den Bergwerksbetrieb und die Lithiumhydroxid-Gewinnungsanlage von 425 Millionen Euro wurde gesprochen, dazu sollten rund 1.400 Arbeitsplätze im Bezirk Wolfsberg geschaffen werden.

Werk in St. Paul gestorben

»Derzeit sieht es so aus, dass das Stift nicht verkaufen möchte, das Land aber gerne kaufen würde«, sagt LR Daniel Fellner (SPÖ). Es scheint nicht nur so, denn der Administrator des Stifts St. Paul, Pater Maximilian, sagt: »Wir wollen nicht verkaufen.« Doch auch wenn es mit dem Stift St. Paul zu keiner Einigung kommen sollte – es stand ja auch eine Pachtvariante im Raum –, gäbe es laut dem Rechtsanwalt von European Lithium, Christian Ragger, genügend alternative Standorte im Tal. 

»Es gibt im Lavanttal mehrere Gemeinden, die bereits ihr Interesse an einem Werk für die Weiterverarbeitung bekundet haben«, so Ragger. Außerdem haben sich mittlerweile auch zwei Gemeinden aus der Steiermark beworben. Somit könne man aus neun Kandidaten wählen. Um welche Gemeinden es sich handelt, wollte Ragger nicht verraten. Nur soviel ließ er durchblicken, dass die Standortentscheidung noch in diesem Jahr fallen soll.

Einigung mit Deutschlandsberg

Die Gemeinde Deutschlandsberg, die durch den Lithiumabbau eine Gefährdung für das Trinkwasser befürchtete, brachte eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt ein.

Mittlerweile gab es laut Ragger zwischen dem Unternehmen und Vertretern der Gemeinde Deutschlandsberg konstruktive Gespräche. »Wir werden den Gemeinderat von Deutschlandsberg in Zukunft besser in das Projekt einbinden, außerdem wird es der Umweltausschuss begleiten«, sagt der Anwalt von European Lithium. 

Im Jänner ist außerdem ein Vortrag von Ragger und dem CEO von European Lithium, Dietrich Wanke, in Deutschlandsberg geplant.

Testabbau im Laufen

Unabhängig von der Standortfrage ist mittlerweile der Testabbau voll im Gange. In der Vorwoche wurden 300 Tonnen lithiumhaltiges Gestein zu einem Unternehmen in Bayern geliefert, um dort zu Lithium-Karbonat bzw. -Hydroxid weiterverarbeitet zu werden. 

Wanke zum bisherigen Arbeitsfortschritt: »Aufgrund des Probeabbaus haben wir schon mehr als 1.500 Tonnen Rohmaterial und sind somit in der Lage, bereits jetzt die Optimierungsschritte mit unserem Partner Dorfner Anzaplan durchzuführen.« Daher ist er davon überzeugt, dass man ab Ende 2021 in der Lage sein werde, Lithiumprodukte in höchster Qualität herstellen zu können.

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